Regisseur Atom Egoyan erhält Douglas-Sirk-Preis

Der kanadische Regisseur Atom Egoyan ("Das süße Jenseits") erhält den diesjährigen Douglas-Sirk-Preis des Filmfests Hamburg.

Er sei ein eigenwilliger Filmemacher, der durch seinen künstlerischen Ansatz das Filmschaffen beeinflusse, begründete Festivalleiter Albert Wiederspiel die Wahl des Autorenfilmers. "Unbeirrt geht Egoyan seinen Weg und lässt sich nicht von seiner Kinovision abbringen." Sein ungewohntes filmisches Vorgehen fordere den Zuschauer auf, "umso reflektierter einen Bezug zum Kern der Geschichte herzustellen".

Egoyan wurde 1960 in Kairo als Sohn armenischer Eltern geboren und wuchs in Kanada auf. Nach seinem Debüt als Spielfilmregisseur 1984 wurde er zu einem der anerkanntesten Autorenfilmer Kanadas. In seinen Filmen setzt er sich mit Themen wie Identitätssuche, Voyeurismus und sexuellen Obsessionen auseinander. Der Regisseur drehte Streifen wie "Der Schätzer" (1991), "Exotica" (1994), "Felicia, mein Engel" (1999), "Arrat" (2002) und "Wahre Lügen" (2005). Im Mittelpunkt seines neuen Streifens "Adoration" steht die Selbstentfremdung des Menschen in einer von den Terroranschlägen am 11. September 2001 geprägten und digital beeinflussten Welt im Vordergrund.

Mit dem undotierten Douglas-Sirk-Preis ehrt das Filmfest Hamburg (25.9.-2.10.2008) jedes Jahr eine Persönlichkeit, die sich durch ihre Arbeit um die Filmkultur verdient gemacht hat. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Clint Eastwood, Jodie Foster, Isabelle Huppert, Franois Ozon, Grard Depardieu und 2007 David Cronenberg. Egoyan erhält die Auszeichnung am 27. September vor der Deutschlandpremiere von "Adoration" im CinemaxX in der Hamburger Innenstadt. Laudator bei der Preisverleihung ist Wim Wenders, der 1987 beim Festival in Montreal seinen Preis für "Himmel über Berlin" dem damals jungen kanadischen Kollegen gewidmet hat.

www.filmfesthamburg.de

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