Vom Reißbrett der Romanzen

- Schwerreicher New Yorker Immobilienspekulant engagiert seine persönliche Rachegöttin in Form einer ehemaligen Umweltaktivistin und Bürgerrechtlerin als Firmen-Anwältin. Die beiden liegen sich permanent in den Haaren, können aber binnen kürzester Zeit nicht mehr ohne einander auskommen. Und natürlich weiß der Zuschauer schon längst, was den beiden erst in der letzten halben Stunde des Films aufgeht: Sie sind füreinander geschaffen und werden schließlich sanft im siebten Himmel des Happy Ends entschwinden.

<P>Der Plot von Mark Lawrences solide inszenierter, zuckersüßer Liebeskomödie "Ein Chef zum Verlieben" ist eher als minder originell zu bezeichnen. Dass sich diese ganz offensichtlich am Reißbrett der Romanzen zusammengebastelte Geschichte trotzdem ertragen und sogar auch genießen lässt, liegt einzig und allein an den beiden zugkräftigen Hauptdarstellern Sandra Bullock und Hugh Grant.<BR><BR>Grant gibt den souveränen wie unterkühlten Upper-Class-Lebemann George Wade, und man weiß bereits aus anderen Produktionen, dass er sich in dieser Rolle stets als verlässlicher Darsteller erweist. Sandra Bullock hingegen spielt äußerst überzeugend die stets vor Gefühlen überschäumende, politisch überkorrekte Anwältin aus der Vorstadt. Sie beherrscht den Typ des kumpelhaften Mädchens von nebenan mittlerweile im Schlaf: "Ein Chef zum Verlieben" bietet beiden also nur wenige neue Ausdrucksmöglichkeiten.<BR><BR>Umso bemerkenswerter ist es, dass beide scheinbar mit großer Begeisterung und ungeheurem Elan zum wiederholten Male den quasi identischen Charakter abbilden. Allein das ist schon eine verdienstvolle Leistung. Das temporeiche und mit flotten verbalen Hieben ausgestattete Drehbuch verschafft ihnen die Möglichkeit, ihr Können auszuspielen _ auch wenn man alles schon irgendwie irgendwann irgendwo anders gesehen hat. (In München: Marmorhaus, Maxx, Karlstor, Leopold, Cadillac, Museum i.O., Cinema i.O.)</P><P>"Ein Chef zum Verlieben"<BR>mit Sandra Bullock, Hugh Grant, Alicia Witt<BR>Regie: Mark Lawrence<BR>Annehmbar </P><P> </P>

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