Religion und Magie

- Louisiana ist der ideale Schauplatz für einen Thriller. Weites Sumpfland, ständige Schwüle, eine morbide Mischung aus Religion und schwarzer Magie - von dieser Stimmung profitierte schon Alan Parkers Genre-Klassiker "Angel Heart". Mit denselben Grundzutaten arbeitet fast 20 Jahre später auch "Der verbotene Schlüssel" von Iain Softley, wobei hier noch das abgehangene Spukhaus in den Kochtopf geworfen wird. Herausgekommen ist ein passabler Horrorfilm-Brei, der erst am Ende richtig schmeckt.

Krankenschwester Caroline (Kate Hudson) sucht nach dem Tod ihres Vaters eine neue Perspektive und findet sie in der Betreuung eines alten, gelähmten Mannes. Zusammen mit dessen autoritärer Frau lebt Caroline von nun an in einer alten Villa. Bald entdeckt sie, dass in dem Haus merkwürdige Dinge geschehen, und dringt immer tiefer in seine dunklen Winkel und Geheimnisse vor - bis sie selbst nicht mehr weiß, was wahr und was Einbildung ist.

Die Konfrontation der bodenständigen Krankenschwester aus New Jersey mit dem abgründigen Aberglauben im Süden ist das zentrale Motiv des Films. Und damit auch eine seiner Schwächen. Kate Hudson spielt zwar deutlich weniger als sonst das süße Mädchen von nebenan, trotzdem hat ihre Figur zu wenig Substanz, um den Film zu tragen. Leider verblassen auch die anderen Charaktere völlig trotz bekannter Darsteller wie John Hurt, Gena Rowlands und Peter Sarsgaard. So plätschert "Der verbotene Schlüssel" recht spannungsarm vor sich hin und verlässt sich auf folkloristischen Hokuspokus und Ekel-Effekte. Das ist bedauerlich, denn das Drehbuch von Ehren Kruger ("The Ring", "Arlington Road") ist gewohnt doppelbödig. Allerdings entfaltet es seinen wahren Reiz erst mit der Schlusspointe. Die ist wirklich gelungen und hebt den Film aus der Masse des Genres heraus.

(In München: Mathäser, Maxx, Royal, Marmorhaus, Autokino.)

"Der verbotene Schlüssel"

mit Kate Hudson, John Hurt

Regie: Iain Softley

Annehmbar

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