Endlose Zeit des Erwachsenwerdens

Kinotrailer und -kritik zu "Ricky - normal war gestern"

München - Schule, Eifersucht und all die anderen Gemeinheiten der scheinbar endlos langen Zeit des Erwachsenwerdens werden in "Ricky - normal war gestern" fantasievoll erzählt.

Ja, so ist Kindheit. Die Tage ziehen dahin, was nächste Woche ansteht, das ist nicht wichtig. Wunderbar ungekünstelt und etwas sehnsüchtig fängt Regisseur Kai S. Pieck diese Stimmung von Sommertagen in der Kindheit in „Ricky – normal war gestern“ ein.

Mit Rafael Kaul hätte er keinen besseren Hauptdarsteller finden können. Noch etwas pausbäckig, mit Grübchen und dem Schalk im Nacken spielt er den zehnjährigen Buben, der davon träumt, ein Kung-Fu-Kämpfer zu sein. Und der gern schon so groß wäre wie sein „cooler Bruder“ Micha (Jordan Elliot Dwyer). Wie Micha, der voll in der Pubertät steckt, mit Ricky umgeht, scheint Drehbuchautor Hannes Klug direkt aus dem Leben abgeschrieben zu haben: Das ist Geschwistersein. Der Große kämpft gegen Erwartungen der Eltern, Schulstress und körperliche Veränderungen – während der Kleine zum Sonnenschein der Familie wird und die Launen des Älteren fröhlich ausgleicht.

Schule, Eifersucht und all die anderen Gemeinheiten der scheinbar endlos langen Zeit des Erwachsenwerdens werden dank ruhiger Erzählweise fantasievoll erzählt. So funktioniert Familie. Da hilft manchmal nur: wegträumen. Und als Geschwister zusammenhalten.

kjk

Rubriklistenbild: © snacktv

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