Die "Ringe"-Trilogie und ihr großer Abschluss

- Berlin - Das Vorhaben war einzigartig, gigantisch und finanziell und künstlerisch hoch riskant. Viele haben daran gezweifelt, dass der Regisseur Peter Jackson (42) mit seinem Kinoprojekt "Der Herr der Ringe" nahtlos an den Kultstatus des epischen Meisterwerks von J.R.R. Tolkien anknüpfen könnte. Doch nun hat er es geschafft: Als gewaltiger Abschluss der Film-Trilogie hat "Die Rückkehr des Königs" an diesem Mittwochabend in Berlin Europapremiere und läuft eine Woche später weltweit in den Kinos an.

<P></P><P>"Es war wirklich ziemlich waghalsig", erinnert sich Jackson jetzt in Berlin an den Beginn der Dreharbeiten von 1999 bis 2000 für alle drei Teile zugleich in Neuseeland. "Es wäre ein Desaster gewesen, wenn der erste Teil nicht funktioniert hätte." Über den Erfolg macht sich heute niemand mehr Sorgen: Die Produktionskosten für den dramatischen Dreier werden auf 310 Millionen Dollar geschätzt. Die ersten beiden Teile haben weltweit insgesamt fast 1,8 Milliarden Dollar eingespielt. Jetzt wird kaum ein Fan freiwillig auf den Schluss verzichten.</P><P>Als Jackson vor sieben Jahren ankündigte, die als unverfilmbar geltende Fantasy-Saga ins Kino bringen zu wollen, war die Skepsis groß - nicht nur unter den Tolkien-Fans. Doch der damals 35 Jahre alte Neuseeländer machte sich in seiner Heimat mit einem engen Kreis von Mitarbeitern an die Arbeit. Von Anfang an dabei waren zum Beispiel seine Frau Fran Walsh als Drehbuchautorin und sein langjähriger Freund Richard Taylor, der für die bahnbrechenden digitalen Effekte der ersten beiden Teile schon zwei Oscars bekommen hat. "Tolkien war unser Führer, das Buch unsere Bibel", betonten alle Beteiligten immer wieder.</P><P></P><P>Doch Führung war vor allem von Peter Jackson gefragt, der rein äußerlich eher an die kleinen, rundlichen Hobbit-Charaktere seiner Filme erinnert. "Peter ist ein Visionär", bewundert ihn die Schauspielerin Liv Tyler (Arwen). "Er hatte das ganze Puzzle im Kopf und hat jeden Tag tausende Entscheidungen treffen müssen." Und auch der Charakterdarsteller Ian McKellen (64), der den Zauberer Gandalf spielt, lobt ohne Einschränkung: "Der ideale Führer ist für mich jemand wie Peter Jackson. Er ist immer zugänglich, freundlich und hat gute Absichten."</P><P>Fast scheint es, als habe etwas vom Geist des vor rund 50 Jahren erschienen Fantasy-Mythos von Tolkien auf die Mitwirkenden der Verfilmung abgefärbt: In der Geschichte geht es um den archaischen Kampf Gut gegen Böse, um die Rettung der Sagenwelt Mittelerde. Gewonnen werden kann die gewaltige Schlacht nur mit Mut und Heldentum, Vertrauen und Hoffnung. Ob als Hobbit, Zwerg, Elbe, Krieger oder König: Jeder muss seinen Teil dazu beitragen, sonst ist alles verloren. Und jeder macht Erfahrungen, die ihn verändern.</P><P>Der Schauspieler Viggo Mortensen, der sich als Aragorn vom zwielichtigen "Streicher" zum entschlossenen König des letzten Teils entwickelt, bringt Film und Leben spirituell auf einen Nenner: "Das ganze Leben ist voller Sorgen und Hindernisse. Das können wir nicht ändern", sagt er im Interview und nimmt ruhig einen Schluck Mate-Tee. "Wir müssen die Reise akzeptieren. Und dieser Film war eine sehr lange Reise für uns alle."</P><P>"Meine Gefühle sind sehr gemischt momentan", bekennt Jackson, der schon sein nächstes Großprojekt "King Kong" plant. "Einerseits bin ich erleichtert, dass nach sieben Jahren Arbeit an den drei Teilen im nächsten Jahr kein vierter kommt." Aber sowohl bei ihm als auch bei den meisten anderen aus dem Team mischt sich ein bisschen Wehmut in die Gewissheit, dass es nun endgültig vorbei ist, dass sie den Film jetzt dem Publikum übergeben. "Wir waren ein bisschen wie die "Gefährten"", erzählt Ian McKellen. "Wir haben als Familie und Freunde gearbeitet - das kann man wirklich nicht von jedem Film sagen."</P>

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