Von der Bühne auf die Leinwand

"Riot Club" als Skandalwelt reicher Schnösel

Nur eine Handvoll reicher Männer gehört an der britischen Elite-Universität dem "Riot Club" an. In grenzenloser Arroganz verhöhnen sie weniger privilegierte Studenten. Das packende Drama basiert auf dem Theaterstück "Posh". Die Kritik:

Bereits in ihrem großartigen „An Education“ zeichnete die dänische Regisseurin Lone Scherfig ein genaues Sittenbild Großbritanniens. Ihr beklemmendes Drama einer jungen Frau spielte in den frühen Sechzigerjahren. In „The Riot Club“ befasst sie sich erneut mit dem Gesellschaftssystem des Vereinigten Königreichs. Doch diesmal ist ihre Geschichte in der Gegenwart angesiedelt, im elitären Milieu der Universität von Oxford.

Dort sucht der legendäre Riot Club neue Mitglieder. Schon bald finden sich zwei Zugänge aus der Oberschicht, die den Ansprüchen entsprechen: Miles (Max Irons) und Alistair (großartig in seiner blasierten Bosheit: Sam Claflin). Der eine ist bestrebt, sich seine Herkunft nicht anmerken zu lassen, während der andere sich mit Traditionen und Insignien seines Standes wie mit Schutzschildern umgibt. Beim alljährlich veranstalteten großen Abendessen des Clubs kommt es dann zu den erwarteten Trinkgelagen, zu brutalen Auswüchsen und einem unverzeihlichen Gewaltexzess.

Die Dramatikerin Laura Wade hat ihr Theaterstück „Posh“ für Scherfigs Inszenierung klug bearbeitet, auch wenn die Exposition etwas lang dauert. Danach kommt „The Riot Club“ bald in eine schärfere Gangart. Scherfig findet die passenden verstörenden Bilder dazu.

ulf

Rubriklistenbild: © Prokino

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