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Robert de Niro.

Robert De Niro: „Man muss gar nicht so dick auftragen“

Beim Filmfestival von Taormina, im abgeschotteten hintersten Winkel einer Hotelanlage, treffen wir Robert De Niro zu einem seiner raren Interviews.

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Der 67-jährige Megastar trägt eine Jacke in dezentem Rentner-Beige und macht nicht viele Worte, aber viele Gesten, garniert mit häufigem Stirnrunzeln und Achselzucken. Ab heute ist er im Kino an der Seite von Ben Stiller in der Komödie „Meine Frau, unsere Kinder und ich“ zu sehen.

-Na, wie fühlt man sich so als lebende Legende?

Oh, ich kann Ihnen sagen, das ist verdammt hart! Jeden Morgen, wenn ich in den Spiegel sehe, denke ich: Was zum Teufel mache ich heute wieder mit diesem berühmten Gesicht? (Lacht.)

-Früher haben Sie für Ihre Rollen Ihr Aussehen radikal verändert: Für „Wie ein wilder Stier“ haben Sie sich etwa sechzig Pfund angefressen und wieder heruntergehungert. Wären Sie heute zu ähnlichen Opfern bereit?

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In meinem Alter wäre ich dazu gar nicht mehr in der Lage. Ich habe es damals gemacht, um die Figur möglichst authentisch verkörpern zu können. Aber ich kann das wirklich keinem Schauspieler empfehlen. Es ist eine höchst ungesunde Prozedur.

-Glauben Sie, dass Sie im Laufe der Jahre besser geworden sind?

Ich habe gelernt, ökonomischer zu arbeiten. Weniger ist oft mehr – das merken Sie vor allem, wenn Sie andere Leute genau beobachten: Meistens ist mit feinen Nuancen schon alles gesagt. Man muss gar nicht so dick auftragen.

-In den vergangenen Jahren haben Sie einen Hang zu Komödien entwickelt...

Erstaunt Sie das etwa? Ich finde, dass auch „Taxi Driver“ durchaus seine witzigen Momente hatte. Humor und Ironie haben für mich stets eine große Rolle gespielt. Schon meine Mutter meinte immer, ich hätte einen guten Sinn für Humor. Schade, dass sie meine Komödien nicht mehr erleben konnte: Sie hätten ihr sicher gefallen.

-Viele Ihrer Kollegen behaupten, Komödien wären harte Arbeit.

Das empfinde ich anders. In Komödien kann ich viel freier agieren – und Dinge ausprobieren, die in einem Drama nie möglich wären. Zudem genieße ich es sehr, dass ich bei den Dreharbeiten ein bisschen Spaß haben darf, anstatt dauernd Leute umbringen zu müssen. In einer Szene in „Meine Frau, unsere Kinder und ich“ durfte ich zum Beispiel Ben Stiller verprügeln. Ich habe ihm voll eins in die Fresse gegeben, und er hat bloß gelacht!

-Dennoch werden sich viele Fans fragen: Wann dreht Robert De Niro endlich wieder einen Film, mit dem er uns so richtig umhaut?

Ich selbst wünsche mir nichts sehnlicher als das. Aber so etwas lässt sich ja leider nicht planen oder steuern. Keiner von uns hätte damals gedacht, dass „Taxi Driver“ ein solcher Erfolg würde. Mein berühmter Monolog, auf den ich bis heute immer wieder auf der Straße angesprochen werde, war sogar über weite Strecken einfach improvisiert – aber irgendwie hat er einen Nerv getroffen. In den vergangenen Jahren habe ich einige Filme gedreht, von denen ich hoffte, sie würden das Publikum berühren, etwa „Everybody’s Fine“.

-Darin spielen Sie einen Familienvater, der darunter leidet, dass seine Kinder ihre Probleme immer nur ihrer Mutter erzählen. Sie selbst haben fünf Kinder. Kommen die mit ihren Problemen zu Ihnen?

Manchmal. Jedenfalls ermutige ich sie dazu. Ich sage zu ihnen: „Was immer ihr mir erzählt – ihr könnt mich damit nicht schockieren.“ Und ich verspreche ihnen, dass ich keinesfalls wütend auf sie wäre. Aber leider bin ich als Vater trotzdem oft der letzte Mensch, der gewisse Dinge erfährt.

-Sind Ihre potenziellen Schwiegersöhne ebenso von Ihnen eingeschüchtert wie Ben Stiller in „Meine Frau, unsere Kinder und ich“?

Keine Ahnung. Anfangs vielleicht. Eigentlich kann man mit mir ganz gut auskommen. Ich bin zwar ein fürsorglicher Vater, aber beileibe nicht so ein fanatischer Typ wie Bens Schwiegerpapa im Film.

-Was ist der wichtigste Rat, den Sie Ihren Kindern mit auf den Weg geben können?

Nutzt eure Zeit! Als ich jung war, habe ich mir vage vorgenommen, dieses und jenes noch zu machen, später, irgendwann, eines Tages… Doch kaum hatte ich einmal geblinzelt, waren 40 Jahre verflogen. Ich kann also nur raten: Wenn ihr etwas wirklich tun wollt, dann tut es jetzt! Wartet nicht!

Das Gespräch führte Marco Schmidt.

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