Der Rosenkrieg im eigenen Heim

- Chaos-Komödie im Reihenhaus: Irgendwann fängt man an, diese Frau zu hassen, diese zwar alte, aber nur scheinbar kranke und unschuldige Frechheit einer Nachbarin. Emotionale Reaktionen sind es, die "Der Appartement-Schreck", der neue Film von Danny DeVito herausfordert. Dass Hollywood sich auf Gefühle versteht, ist bekannt, sie sind das ureigenste Terrain des amerikanischen Films. Diesmal ist es der Hass. Danny DeVito weiß, wie er zu inszenieren ist, das hat er mit dem "Rosenkrieg" zwischen Michael Douglas und Kathleen Turner bewiesen.

<P>Sein neuer Film ist eindeutiger im Komödienfach angesiedelt. Dennoch ist die Parallele klar. Im Krieg ums eigene Heim, der hier ein Krieg um ein schönes, altes Reihenhaus in Brooklyn ist, geht mehr verloren als der Streitwert. Dass sich diesmal die Emotionen gleich mit auf den Zuschauer übertragen, liegt daran, dass der Film die Sympathien klar verteilt. </P><P>In der einen Ecke: Das nette, junge Pärchen, etwas bieder, er Romanautor, sie in einer Zeitschriftenredaktion, mit dem Traum vom eigenen Haus und Kinderwunsch. In der anderen Ecke: Mrs. Connelly, unkündbare Untermieterin und Hausdrachen. Ben Stiller und Drew Barrymore sind das junge Paar Alex und Nancy. Eigentlich ist das neue Haus für sie zu teuer, doch Nancy will es haben, Alex' neues Buch verspricht schließlich ein Erfolg zu werden. Der einzige Haken, der zunächst ein kleiner, liebenswürdiger zu sein scheint, ist die alte Dame, die im ersten Stock wohnt. Wie lange schon, kann man nur noch schätzen.<BR><BR>Alex' und Nancys beschauliche Zweisamkeit hält nicht lange an, ihre Nachbarin von oben entpuppt sich schnell als Nervensäge. Kleine Reparaturen, den Müll raus bringen, der laute Fernseher nachts, es beginnt als kleine Schikane, doch je mehr sich Alex und Nancy wehren, um Mrs. Connelly (Eileen Essell) aus dem Haus zu kriegen, desto grausamer fällt das Unheil auf sie zurück. Ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Maus grundsätzlich die schlauere ist, und die Katzen immer in ihre eigenen Fallen tappen. </P><P>Und zwar so oft, bis man Mitleid bekommt mit ihnen, und beginnt, die Maus zu hassen. Bis man inmitten dieser Chaos-Komödie, dieser Katastrophen-Geschichte, in der schief geht, was schief gehen kann, die gelegentlich auch über das Ziel hinaus schießt, hofft, dass die beiden Jungen endlich aufgeben. Doch bis es soweit ist, gibt es kein Mitleid mit den zwei Geschundenen. Am Ende bleibt ihnen nur noch eines: sie selbst. Wenn man jung ist, zu zweit und verliebt, kann man leicht von vorne anfangen.<BR><BR>"Der Appartement-Schreck"<BR>mit Drew Barrymore, Ben Stiller,<BR>Eileen Essell<BR>Regie: Dany DeVito<BR>Sehenswert </P>

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