Rustikales Horrorkino

- Horrorfans lieben spektakuläre Todesarten. Es gilt als Kriterium für einen guten Film, wenn die Drehbuchautoren ihre Fantasie walten lassen beim Beseitigen ihrer Figuren. "House of Wax" bietet in dieser Beziehung guten Stoff. Dass der Tod zudem ausgerechnet Paris Hilton in ihrer ersten größeren Hollywood-Rolle besonders erbarmungslos ereilt, ist eine hübsche Pointe zur gegenwärtigen Medienpräsenz der Hotelerbin.

<P>Der Film stammt aus der Schmiede von Dark-Castle-Entertainment, der Firma von "Matrix"-Produzent Joel Silver. In "Ghost Ship" hatte er vor wenigen Jahren eine komplette Tanzgesellschaft auf einen Schlag mit Schiffstakelage elegant halbiert. Ganz so raffiniert geht es in "House of Wax" nicht zu. Jaume Collet-Serras Arbeit ist ein Beispiel für rustikales Horrorkino, das gerne zu dicken Bolzen und langen Messern greift und am Ende noch einen Fußtritt oben drauf setzt. Vom Vincent-Price-Klassiker "House of Wax" von 1953 ist nur die Grundidee geblieben: ein Wachsfigurenkabinett mit beängstigend lebendigen Puppen.<BR><BR>Simpel auch die Geschichte: Eine Gruppe von Jugendlichen verfährt sich irgendwo im amerikanischen Niemandsland und gerät in eine kleine Stadt, die der Rest der Welt längst von der Landkarte gestrichen hat. Es dauert lang, bis sie begreifen, dass ein wachssüchtiger Wahnsinniger ihre Leben in der Hand hält und sie kurz davor stehen, als Ausstellungsobjekte im Wachsfigurenmuseum zu enden.<BR><BR>Das ist einfaches, aber unheimliches Horror-Entertainment und entfaltet durchaus seine Wirkung. Spektakulär ist geradezu die Ausstattung des Filmes. Das Gebäude ist ein reiner Wachspalast, der im einzigartig surrealen Finale furioso gemeinsam mit seinen Erschaffern in Flammen aufgeht. <BR><BR>(In München: Mathäser, Marmorhaus, Museum i.O.)<BR><BR>"House of Wax"<BR>mit Elisha Cuthbert, Chad Michael Murray, Paris Hilton<BR>Regie: Jaume Collet-Serra<BR>Annehmbar</P>

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