Dortmund besiegt "Fluch von Berlin" - Triumph für Tuchel

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Sally Potters erstaunlicher Film in Versen

- Es ist nicht so, dass es schwierig wäre, die Filme der Britin Sally Potter zu beschreiben - es ist unmöglich. Künstlerisch ambitioniert, handwerklich bestechend virtuos und stets auf mehreren Ebenen operierend, seziert Potter mit unbestechlichem Blick das menschliche Dasein. Gelegentlich wirkt das wie artifizielle Spielerei, verkommt aber nie zu Kunstgewerbe; dafür hat Potter zu viel Sympathie für ihre traurigen Helden.

In "Yes" gar zeigt sich Potter verhalten optimistisch, und das grenzt für ihre Verhältnisse an Euphorie.

Erzählt wird von einer Politikergattin (Joan Allen), die sich in London in einen Immigranten (Simon Abkarian) aus dem Libanon verliebt. Eine unmögliche Verbindung natürlich. Aber der eloquente, hochgebildete und selbstbewusste Libanese denkt nicht daran, sich als zeitweiliger Gespiele missbrauchen zu lassen. Er will eine Entscheidung. Und die kann die Frau nicht treffen - denkt sie. Zu stark sind die Konventionen, die Loyalität zu ihrem Ehemann (Sam Neill) und zu groß die Angst vor der Meinung anderer. Ihr Geliebter arbeitet schließlich als Koch, und sie ist eine Dame der Gesellschaft mit Kontakten zu höchsten Kreisen.

Die Menschen finden nicht zueinander, sind in ihrer Unsicherheit isoliert und flüchten sich immer wieder in die Distanz. Potter ist neben der formalen Umsetzung mit strengen Bildkompositionen noch ein bemerkenswerter Kniff eingefallen, die schier unüberwindbaren Barrieren zwischen den Menschen, Klassen, Kulturen zu illustrieren: Alle sprechen in Versform, Jamben. Und wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, erweist sich das als grandiose Möglichkeit, die beredte Sprachlosigkeit ihrer Helden aufzuzeigen. Man flüchtet sich in vertraute Floskeln und vorgestanzte Erklärungen. Am Ende freilich deutet sich Hoffnung an, jeder ist der Herr seines Schicksals, und mitunter bedarf es nur eines einfachen Wortes, um die Sache zu wenden.

Ein erstaunlicher Film. Man muss ihn schon selber gesehen haben. Nacherzählen kann man ihn nicht.

"Yes"

mit Joan Allen, Sam Neill,

Simon Abkarian

Regie: Sally Potter

Sehenswert

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