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Irritiert mit ihrem überzeichnetem Spiel: Veronica Ferres als Professorin einer UN-Wissenschaftsdelegation.

Opulent aber nicht beeindruckend

„Salt and Fire“: Zu wenig Salz und Logik

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München - Werner Herzogs „Salt and Fire“ fehlt Dramaturgie und Logik.

Seit einiger Zeit muss man Werner Herzog dabei zusehen, wie er sein beachtliches Lebenswerk ruiniert. Seine Dokumentationen sind großartig wie eh und je, nur mit dem Spielfilmformat fremdelt er zunehmend. Zwar scheint sein Umweltschutz-Drama „Salt and Fire“ vor opulenten, beeindruckenden Kamerafahrten streckenweise zu bersten. Doch schert sich der Altmeister inzwischen so wenig um Konventionen wie ein simples, mit rotem Faden versehenes Drehbuch, dass man bald keine Lust mehr hat, den Figuren und ihren diversen Anliegen zu folgen.

An Chronologie, Dramaturgie und Logik ist Herzog kaum mehr interessiert. Was anfangs verstört – schließlich aber verärgert. Einen Bezug zu den Charakteren aufzubauen, wird von Minute zu Minute schwieriger. Veronica Ferres irritiert als Professorin einer UN-Delegation mit ihrem übertriebenen Spiel, während Gael Garcia Bernal und Volker Michalowski als ihre Kollegen sich angesichts der albernen Dialoge lieber gleich tot stellen. Allein Michael Shannon darf seiner Figur gewisse Ambivalenz und Spannung verleihen. Den Rest des beachtlichen Ensembles degradiert Herzog zu farblosen Gestalten vor großartigen Panoramaaufnahmen in Bolivien.

„Salt and Fire“

mit Michael Shannon

Regie: Werner Herzog

Laufzeit: 98 Minuten

Erträglich

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