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Cameron Diaz

Interview zum Kinostart

Cameron Diaz: "Schaut mehr Filme mit Frauen!"

München - Cameron Diaz über ihre neue Komödie „Sex Tape“, Prüderie in den USA und Schauspielerinnen in Hollywood.

Quirlig, gut gelaunt und mit einem ansteckenden, dreckigen Lachen begrüßt uns Cameron Diaz in einer Pariser Hotelsuite zum Gespräch über ihren neuen Kinofilm „Sex Tape“, der am Donnerstag anläuft: Der 42-jährige Hollywoodstar schlägt die langen Beine übereinander und sprudelt los.

Im Film spielen Sie eine Mutter, die ihrer Ehe neuen Schwung geben möchte und darum mit ihrem Gatten ein Sex-Video dreht. Finden Sie, das ist eine gute Idee, um sein Liebesleben aufzupeppen?

Das wäre jedenfalls nichts für mich. Ich würde völlig verkrampfen, könnte nicht loslassen und mich meinem Partner nicht hingeben, wenn ich wüsste, dass eine Kamera mitläuft. Das würde mich zu sehr an meinen Beruf erinnern. Als Schauspielerin werde ich oft genug gefilmt. Daheim möchte ich das nicht. Ich finde auch, es hat etwas Narzisstisches, sich in privater, intimer Umgebung zu filmen.

Sie posten auch keine Selfies?

Nein, Selfies mag ich überhaupt nicht. Ich knipse keine Bilder von mir. Und ich schaue auch nie in den Spiegel, wenn ich nicht gerade arbeite. Ich mag mich nicht so oft ansehen.

Wie haben denn Verwandte und Freunde reagiert, als sie hörten, worum es in Ihrem neuen Film geht?

Ein Familienmitglied fragte mich: „Würde ich mich unwohl fühlen, wenn ich mir diesen Film anschaue?“ Und ich meinte: „Ganz ehrlich? Ja!“

Das scheint mir aber ein amerikanisches Phänomen zu sein. Für einen Europäer wirkt der Film eher harmlos.

Das ist er meiner Meinung nach auch, vor allem, wenn man bedenkt, wie selbstverständlich Nacktheit in früheren Kulturen war. Aber in den USA ist es für viele Leute immer noch ein Skandal, wenn man auf der Leinwand einen nackten Hintern oder einen blanken Busen sieht.

Ihr Filmpartner Jason Segel hat erzählt, dass er sich einst Mut antrinken musste, um sich für „Nie wieder Sex mit der Ex“ vor der Kamera vollständig zu entblößen. In „Sex Tape“ sind nun auch Sie erstmals komplett nackt zu sehen…

Ja, aber ich musste mir keinen Mut antrinken – schließlich sieht man mich nur von hinten. Und Teile meines Gesäßes waren auch schon in früheren Filmen zu erkennen: der obere Teil, wenn eine Jeans besonders tief saß, und der untere, wenn ein Bikini besonders knapp war. Jetzt ist das Po-Puzzle sozusagen komplett. Aber es ist bloß mein Hintern, nichts Weltbewegendes!

Tatsächlich ist das Sex-Video im Film eher saukomisch als versaut. Wie kamen Sie auf die vielen absurden Ideen?

Wir haben uns von den akrobatischsten Stellungen in „The Joy of Sex“ inspirieren lassen, Alex Comforts Sex-Fibel aus den Siebzigerjahren. Dabei waren wir völlig fasziniert, wie unglaublich behaart die Paare in den Illustrationen sind – diese Leute haben mich stark an Ziegen erinnert! Offenbar gab es seither einen entscheidenden Schritt in der Evolution unserer Rasse – oder die Technik der Haarentfernung hat frappante Fortschritte gemacht.

Jason Segel hat kolportiert, Sie hätten ein Faible für schmutzige Witze…

Ja, allerdings kann ich nicht gut Witze erzählen. Ich habe ein miserables Gedächtnis, obwohl ich Schauspielerin bin. Zumindest fällt es mir schwer, mir die Struktur und die Pointe eines Witzes zu merken. Aber ich liebe es, am Set möglichst viel Spaß zu haben. Und wenn jemand schlüpfrige Bemerkungen macht, steige ich gern darauf ein.

Sind Sie froh darüber, dass Frauen in jüngster Zeit Hauptrollen in Komödien spielen und auch mal richtig versaute Pointen landen dürfen?

Ja, ich finde es großartig, dass unsere Zeit endlich gekommen ist. Es gibt so viele begnadete Komödiantinnen, die jahrelang untergebuttert wurden! Ich kann meine Geschlechtsgenossinnen nur dazu animieren, sich Filme mit weiblichen Hauptfiguren anzuschauen. Denn je mehr Publikum sie finden, desto mehr Filme für Frauen werden gedreht!

Das Gespräch führte Marco Schmidt.

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