Von Schlangen gewürgt

- B-Pictures, also billig produzierte Genre-Filme, können ihren Reiz haben. Gewiefte Regisseure nutzen das gerne, um ironisch Kinogeschichte aufzuarbeiten und sarkastischen Humor zu pflegen, der in Hochglanz-Projekten deplatziert wirkt. "Anaconda", ein Abenteuerfilm über eine notorisch übel gelaunte Riesenschlange, die beinahe eine gesamte Dschungel-Expedition auslöscht, war so ein Film, der sich lustvoll selbst parodierte und gleichzeitig damals unbekannten Schauspielern wie Jennifer Lopez die Gelegenheit bot, auf sich aufmerksam zu machen. Der überraschende Erfolg dieses Films ermöglichte nun die Fortsetzung mit dem schaurig-schönen Titel "Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee". Nur ist es eben so, dass nicht beim zweiten Mal gut gehen muss, was einmal geklappt hat.

<P>Die Geschichte ist exakt die gleiche: Unbedarfte Großstädter waten durch den Urwald und werden von Monster-Schlangen dezimiert. Regisseur Dwight Little versucht, der Sache mit zynischen Dialogen und prachtvoller Übertreibung ein wenig Schwung zu verleihen, aber die Grenze zwischen pfiffiger Persiflage und sinnlosem Herumalbern ist fließend, und "Anacondas" überschreitet sie regelmäßig. "Anacondas" laviert sich zwar gekonnt über die Zeit und bietet mit Kadee Strickland und John Messner hoffnungsvolle Talente in den Hauptrollen, aber als Motivation für einen Kinobesuch taugt das nur bedingt - selbst wenn man eine Schwäche für derartige Kindereien hat. </P><P>(In München: Mathäser, Marmorhaus.)<BR><BR>"Anacondas"<BR>Kadee Strickland, Morris Chestnut<BR>Regie: Dwight H. Little<BR>Erträglich </P><P> </P>

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