Schmächtiger Macho

- Diesen Zufall gönnt man dem Münchner Regisseur Peter Sehr. Gerade, als sein Film "Love The Hard Way" startete, gewann Hauptdarsteller Adrien Brody einen Oscar für seine Rolle in Polanskis "Der Pianist". In Sehrs Opus ist Brody als Jack zu sehen, ein Heimzögling, der von der Schriftstellerkarriere träumt und sein Geld damit verdient, dass er, als Polizist verkleidet, Hotelgäste ausnimmt.

<P>Als Jack auf Studentin Claire trifft, wird aus der harmlosen Affaire schnell mehr: Sie liebt ihn mit Haut und Haar, er sie auch, aber das mag er sich nicht eingestehen. Es ist die alte Geschichte vom beziehungsunfähigen Mann, der im Herzen ein Junge geblieben ist, seine Schwäche hinter einer Fassade aus Coolness verbirgt.<BR><BR>Adrien Brody spielt diese Rolle souverän, freilich wirkt er als Macho fast zu schmächtig und schüchtern. Der Film gefällt sich in den Posen und Mythen des Autorenfilms. Gelegentlich denkt man an Truffaut und an Cassavates, überhaupt scheinen die Stilmittel der 70er hier Pate zu stehen: im leicht abgestandenen Künstlertum Jacks, im Off-Kommentar oder überhaupt in der Neigung, die Handlung durch Dialoge und Worte voranzutreiben, nicht mit Bildern.<BR><BR>Verschenkt wird der Schauplatz New York und seine Dutzende von Möglichkeiten, ihn zum Teil der Inszenierung zu machen. Die Story könnte genauso gut in München oder Wasserburg spielen. Was gefällt, ist eine düster-berührende Geschichte über das Scheitern einer jungen Frau, die den Mann ihres Lebens ändern will, und eine Reihe schöner Auftritte: neben Brody auch August Diehl und Kult-Diva Pam Grier. Und wenn Jack am Schluss die Liebe verloren, aber dafür seinen Roman fertig hat, soll uns das wohl sagen, dass sich alles gelohnt hat. </P><P>(In München: Arri.)</P><P><BR>"Love The Hard Way"<BR>mit Adrien Brody, Pam Grier<BR>Regie: Peter Sehr<BR>Annehmbar </P>

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