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Kinokritik zu "Der Schmetterlingsjäger"

München - Der Untertitel dieses Films über den Schriftsteller Vladimir Nabokov lautet „37 Karteikarten zu Nabokov“. Das deutet an, dass es sich hierbei nicht um eine Doku klassischen Zuschnitts handelt.

Der Untertitel dieses Films über den Schriftsteller Vladimir Nabokov lautet „37 Karteikarten zu Nabokov“. Das deutet an, dass es sich hierbei nicht um eine Doku klassischen Zuschnitts handelt. Sondern um ein ambitioniertes Projekt, in dem auf der Basis von verschiedenen Texten Nabokovs der Wahrnehmung von Zeit nachgespürt werden soll – und auch Momenten aus dem Leben des „Lolita“-Autors. Man sieht Ausschnitte aus einem Interview, es wird aus dem Roman „Ada oder das Verlangen“ zitiert, ein Berlin-Aufenthalt von 1934 rekonstruiert, über Puschkin nachgedacht.

Optisch ist das alles von Regisseur Harald Bergmann erlesen umgesetzt worden: Kamerafrau Elfi Mikesch („Malina“) findet die passenden Motive, voller Anmut und sanftem Witz. Detailliertere biografische Infos, die gemäß eines Lebenslaufes nachbuchstabiert werden, kommen nicht vor. Dafür genügt ja ein Blick ins Internet. Auch dort lässt sich lesen, dass Nabokov auch des filmtitelgebenden Hobbys frönte und Schmetterlingen nachjagte.

Bergmann reiht statt dürrer Fakten, unterstützt von Gesprächspartnern und Schauspielern, prägnante Assoziationen aneinander. Daher ist dieser poetische Versuch über einen Schriftsteller zwar nicht leicht konsumierbar. Doch die Mühe, sich im Strudel des bild- und wortgewaltigen Experiments zurechtzufinden, wird belohnt

Ulricke Frick

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