Kinotrailer und Filmkritik

"Die Schöne und das Biest" als bildgewaltige Mär

Berlin - Regisseur Christophe Gans versucht sich in seiner Fassung des französischen Märchens "Die Schöne und das Biest" an einer möglichst werktreuen Umsetzung und hält sich bewusst eng an das Original.

Das französische Märchen „Die Schöne und das Biest“ kennt man dank diverser Verfilmungen auch bei uns. Egal ob in Schwarzweiß oder animiert. Christophe Gans versucht sich in seiner Fassung nun an einer möglichst werktreuen Umsetzung und hält sich bewusst eng an das Original aus dem 18. Jahrhundert. Die Folge ist ein Schwelgen in üppiger Ausstattung.

Prunkvoll und erlesen präsentiert sich die Märchenwelt des Monsieur Gans. Die Perlen schimmern elegant, die Seide raschelt edel, der Brokat bauscht sich königlich. Und Rosen, Rosen, Rosen überall. Dazwischen im verwunschenen Schloss die jungfräulich errötende Belle (Léa Seydoux) in Kleidern, um die sie jede Prinzess-Barbie beneiden würde. Das Biest (Vincent Cassel) tritt in seiner Katzenfell-Maske von Anfang an so harmlos auf, dass Kinder sogar bei der Disney-Variante der Geschichte mehr Angst bekommen könnten. Keine Frage, ein kindlich-naiver Blick auf das Geschehen erleichtert den Zugang zu Christophe Gans’ bildgewaltiger Mär ganz erheblich.

Wem der fehlt, der kann sich immerhin an den beeindruckenden, verschwenderisch eingesetzten visuellen Effekten ergötzen. Gans hat sein in Babelsberg gedrehtes, immerhin 35 Millionen Euro teures Projekt mit allem ausgestattet, was die moderne Computertechnik hergibt. Das sieht man – im Positiven wie im Negativen: bei den liebevoll-verspielten und versponnenen Details wie auch bei den mächtigen Drehbuchlängen, die sich selbst mit dem bombastischen Blumenschmuck nicht an allen Stellen erfolgreich kaschieren lassen.

Ulricke Frick

Rubriklistenbild: © Concorde Filmverleih

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