Schöne Worte

- Oscar Wildes Komödien geben dankbare Vorlagen für jeden Drehbuchautor ab. Liebenswürdige Exzentriker mit schrulligen Vorlieben bombardieren sich pausenlos mit geschliffenen Bonmots und brillant formulierten Bosheiten. Aber ein funkelndes Salonstück ist noch lange kein Garant für eine gelungene Kinokomödie.

Der geniale Oscar Wilde, der das Paradox liebte, hat die Abgründe seiner Figuren an der Oberfläche versteckt. Davon spürt man in Mike Barkers glänzend besetzter, aber zu gefälliger Adaption des Gesellschaftsdramas "Lady Wintermeres Fächer" viel zu wenig. "Es gibt keine moralischen oder unmoralischen Menschen. Es gibt nur langweilige oder charmante", weiß der frivole Lord Darlington.

Auf "Good Woman - Ein Sommer in Amalfi" trifft dieses Diktum nicht zu. Die aus dem spätviktorianischen London an die italienische Küste versetzte Komödie kommt über weite Strecken sehr charmant daher, dazwischen stellt sich im plüschigen Ambiente der Upper Class aber immer wieder Langeweile ein. Der Film plätschert so dahin. Nett anzusehen, aber selten pointiert oder böse. Eine in schöne Worte verpackte Belanglosigkeit.

So etwas kann ja auch seinen Reiz haben. Die Schauspieler jedenfalls geben fast durchweg eine starke Vorstellung ab. Helen Hunt spielt die skrupellose Lebedame Mrs. Erlynne, die auf der Flucht vor vielen unbezahlten Rechnungen am Golf von Neapel strandet. Eine Femme fatale, die sich endlich einen Millionär angeln will, was ihr auch gelingt.

Schlüpfriges Beziehungspuzzle

Gegen dieses fintenreiche Vollweib hat die schüchterne, 21-jährige, frisch verheiratete Meg Wintermere (Scarlett Johansson) nicht den Hauch einer Chance. Die naive Kleine, die so wunderschön ihre Lippen zum Schmollmund formen kann, ist höllisch eifersüchtig auf Mrs. Erlynne, obwohl Ehemann Robert Wintermere (blass: Mark Umbers) hoch und heilig versichert, keine Affäre mit dem Vamp zu haben.

Zudem muss sich die arme Mrs. Wintermere pausenlos gegen die eindeutigen Avancen des Playboys Lord Darlington (Stephen Campbell Moore) erwehren. Am Ende löst sich das Beziehungspuzzle ganz anders auf als erwartet - die schlüpfrige Konversationskomödie bekommt einen melodramatischen Anstrich.

"Good Woman"

mit Scarlett Johansson, Helen Hunt

Regie: Mike Barker

Erträglich 

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