Schriller Auftritt trotz Moralpredigt

- In den USA kennt jedes Kind das Buch "Ein Kater macht Theater" von Dr. Seuss, und so ist es nicht verwunderlich, dass die Verfilmung dort immens erfolgreich war. Wenn man das Buch nicht kennt, hält sich die Begeisterung für diese süßliche Moralpredigt in Grenzen. Das dürfte die Chancen des Films hierzulande deutlich schmälern.

<P>Ein überdimensionaler Kater mit Zauberhut taucht eines Tages bei einem Geschwisterpaar auf, um ihm beizubringen, wie man richtig Spaß hat, nämlich indem man Maß hält. Denn der Bub ist ein Wildfang, der die Mutter in den Wahnsinn treibt, die Schwester eine langweilige Spießerin. Weil der Kater sich völlig irre verhält, sind die Kinder gezwungen, Verantwortung zu übernehmen - und die Mission ist erfüllt. </P><P>Das wirkt mitunter sehr betulich, und der erhobene Zeigefinger ist, bildlich gesprochen, in jeder Einstellung zu sehen. Zusammen mit der schrillen Ausstattung und den holprig übersetzten Reimen ist so etwas nicht dazu angetan, gut zu unterhalten.<BR><BR>Aber da ist noch den Brachial-Komiker Mike Myers, der im Katzenkostüm lustvoll Geschmacksgrenzen überschreitet und mit anarchischem Witz die Botschaft des Films subtil untergräbt. Und als Bonus gibt es einen famosen Gastauftritt von Alec Baldwin, der als Bösewicht mit Übergewicht und falschen Zähnen mit beinahe schon masochistischer Hingabe sein Image als Film-Beau karikiert. Das macht dann wirklich Spaß - weil es maßlos ist.</P><P><BR>"Ein Kater macht Theater"<BR>mit Mike Myers, Alec Baldwin<BR>Regie: Bo Welch<BR>Annehmbar </P>

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