Schweiger dreht mit Staraufgebot Ritterkomödie

Klostermansfeld - Staraufgebot an mittelalterlichen Originalschauplätzen: Schauspieler und Filmemacher Til Schweiger (44) hat sich das Heimatland Martin Luthers (1483-1546) für seinen nächsten Kinofilm "1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde" ausgesucht.

Bekannte Namen aus Film, Fernsehen und Medien hat Schweiger dafür im Schlepptau. "Ich bin richtig begeistert, ich habe den Eindruck, hier entsteht was, was in Deutschland nicht alle Tage entsteht", schwärmte Entertainer Thomas Gottschalk am Drehort Klostermansfeld im Süden Sachsen-Anhalts. Gottschalk spielt in dem Film König Gunther.

Nahe Luthers Geburtsort Eisleben dreht Schweiger in dem kleinen Ort Klostermansfeld Szenen für die aufwendige Abenteuerkomödie. "Wir haben hier tolle Motive gefunden, eine unglaubliche Landschaft, unendlich freundliche Menschen, ich bin absolut glücklich", sagte Schweiger, der Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent ist. Am Dienstag wurden die ersten Szenen des 6,7 Millionen Euro teuren Film gezeigt, mit witzigen Dialogen, rasanten Reiterszenen und lustigen Bildern, wie der Überfall auf eine "Spielbank" im Mittelalter.

Und darum geht es: Die Zeit der Ritter weist mit Markenausrüstungen, gecasteten Minnesängern und Gleitzeit bei den Leibeigenen verblüffende Parallelen zur Gegenwart auf. Der ehrenwerte Ritter Lanze (Schweiger) - mit blonder Perücke und Prinz-Eisenherz-Frisur - und der türkische Kleinganove und Möchtegernritter Erdal (Rick Kavanian, 37, "Bullyparade", "Der Schuh des Manitu") machen sich auf, um die entführte Tochter des Königs Gunther zu befreien.

"Als ich das Drehbuch gelesen habe, habe ich gesagt "bingo", das mache ich", sagte Schweiger. Der Erfolg seines Kinofilms "Keinohrhasen", den bislang mehr als sechs Millionen Menschen gesehen haben, habe sich unbewusst auch auf die jetzigen Dreharbeiten ausgewirkt. Mit fast derselben Mannschaft und mit viel Spaß sei er schon so kurze Zeit später an den neuen Film gegangen.

In der Rolle der entführten Prinzessin Herzelinde ist Julia Dietze (27, "Soloalbum") zu sehen. "Es ist ein Traum", sagte sie über ihre Rolle. Die Zusage erhielt sie von Schweiger am Handy, als sie gerade im Supermarkt war. "Sie spielt das ganz, ganz wunderbar", fügte Schweiger hinzu. In der Rolle von Prinz Gustav ist Mark Keller zu sehen. Schauspielerinnen wie Hannelore Elsner als Hexe und Anna Maria Mühe als Magd sind ebenso wie Sänger Roberto Blanco oder Kabarettist Dieter Hallervorden als Pferdeverkäufer dabei. "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort gibt in dem Film die mittelalterliche Boulevardzeitung "Schild" heraus.

Am 15. Mai war Drehstart für den Streifen auf der Burg Querfurt in Sachsen-Anhalt. Die Dreharbeiten dauern an acht Orten Deutschlands, hauptsächlich in Sachsen-Anhalt, aber auch in Bayern und Berlin, voraussichtlich bis Juli. Der Film soll nach Angaben der Produktionsfirma barefoot films GmbH (Köln), in Co-Produktion mit der Warner Bros.Pictures Germany, voraussichtlich Anfang 2009 in die Kinos kommen. Das Drehbuch schrieben Oliver Ziegenbalg und Oliver Philipp.

In Sachsen-Anhalt wurden erst kürzlich Szenen des Kinofilms "The Last Station" ("Endstation") über das letzte Lebensjahr des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi (1828-1910) mit Oscar-Preisträgerin Helen Mirren und Christopher Plummer in den Hauptrollen gedreht.

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