Sehnsucht nach dem Original

- Immer schon war es Praxis bei Disney, Fortsetzungen zu den eigenen Zeichentrickklassikern zu produzieren. Freilich waren diese Filme nur für den Video- und Fernsehmarkt bestimmt. Dass nun "Das Dschungelbuch 2" in die Kinos kommt, zeugt von der Ratlosigkeit bei dem Unterhaltungsgiganten Disney, dessen letzte großen Animationsfilme vom Publikum fast ignoriert worden waren. Das Original-"Dschungelbuch", 1967, hat mit Wiederaufführungen in Deutschland über 20 Millionen Zuschauer angelockt.

<P>Bei der Fortsetzung handelt es sich im Grunde um einen Aufguss. Der kleine Junge Mogli, der nun unter Menschen lebt, läuft zurück in den Dschungel, um mit seinem Freund, dem Bären Balu, die guten alten Zeiten wieder auferstehen zu lassen. Und natürlich versucht der Tiger Sirhan, diese Gelegenheit zu nutzen, um seinen Hunger auf Menschenfleisch zu stillen. </P><P>Immer wieder wird das legendäre Lied "Versuch's mal mit Gemütlichkeit" angestimmt, aber statt dessen macht sich eine gewisse Gleichgültigkeit breit. Der kaltschnäuzige Versuch, die Geschichte des "Dschungelbuchs" sozusagen noch einmal zu erzählen, wirkt enervierend und weckt die Sehnsucht nach dem naiven Charme und der liebevollen Animationstechnik des Originals. Jetzt wird lediglich zwanghaft der Mythos des ersten Mogli-Films beschworen. </P><P>(In München: Marmorhaus, Maxx, Royal, Gloria, Karlstor, Münchner Freiheit, Cadillac, Cincinnati, Kino Solln.) </P><P>"Das Dschungelbuch 2"<BR>Animation: Steven Trenbirth<BR>Erträglich</P>

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