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Digitales Kasperltheater: Der vierte Film mit dem grünen Oger Shrek überrascht nicht.

Ach du Schreck!

Es soll das letzte Abenteuer des tollkühnen Oger werden. Ob sich der Gang ins Kino für den vierten Teil "Für immer Shrek" lohnt? Hier gibt es die Filmkritik und den Kinotrailer.

Dasselbe in Grün, zum dritten Mal bereits. War der erste „Shrek“-Film mit seinem rotzigen Witz und extravaganten Ideen noch eine echte Überraschung in der Schwemme computeranimierter Nichtigkeiten ist Teil vier „Für immer Shrek“ kaum mehr als routiniertes Totschlagen von Zeit für Wohlmeinende. Aber man muss schon sehr wohlmeinend sein, um diesem digitalem Kasperletheater etwas abgewinnen zu können.

Shrek, der freundliche Oger führt ein glückliches Familienleben, ist also gelangweilt. So lässt er sich von Rumpelstilzchen verleiten, einen Tag frei zu nehmen – mit verheerenden Folgen. Wer jetzt nicht auf Anhieb mitkommt, muss sich nicht grämen. Das Grundproblem dieses Films ist, dass er seine Gags auf die Ereignisse der vorherigen drei Filme aufbaut. Er funktioniert also nicht als eigenständiges Werk. Es ist eine Art von Sitcom-Komik, in der eingeführte Charaktere mit Anspielungen für Eingeweihte für Lacher sorgen. Von diesem wenig innovativen Ansatz soll der Kniff ablenken, Shrek in eine völlig unbekannte Welt zu werfen, in der er seine große Liebe Fiona aufs Neue erobern muss. Würde man den 64 Jahre alten Klassiker „Ist das Leben nicht schön?“ von Frank Capra nicht kennen, könnte man das für originell halten. Aber originell ist hier bestenfalls der dreiste Versuch, eine restlos ausgelutschte Geschichte noch einmal so zu verkaufen als wäre sie neu.

Natürlich hat der Film einige Lacher zu bieten, aber die Gags sind eben Einwegware, die schnell vergisst. Für Fußballmuffel an einem verregneten Abend ist dieser „Shrek“ eine annehmbare Freizeitgestaltung: Aber auch nur für die.

von Zoran Gojic

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