Silberner Bär für Nina Hoss

"Yella": - Berlin - Streng, ernst, romantisch, verspielt, tragisch, dramatisch, jugendlich, reif - allein mit einem Wimpernschlag kann Nina Hoss (31) die unterschiedlichsten Seelenlandschaften öffnen. Vor allem die Augen sind es auch, mit denen sie die Titelgestalt in Christian Petzolds "Yella" charakterisiert.

Ihr Blick gibt die inneren Abgründe dieser verzweifelt nach Erfolg suchenden Arbeitslosen frei. Für ihre Leistung erhielt sie auf den am Samstag zu Ende gegangenen 57. Internationalen Filmfestspielen Berlin den Silbernen Bären als beste Darstellerin.

Die 1975 in Stuttgart als Tochter der Schauspielerin und Intendantin Heidemarie Rohwedder und des Politikers Willi Hoss geborene Nina Hoss war auf der Gala zur Verleihung sichtlich gerührt und meinte: "Es wird langsam alles ein bisschen viel, aber es ist ganz, ganz doll." Damit spielte sie sicherlich auch auf die Ehrung mit dem begehrten Gertrud-Eysoldt-Ring für ihre Titelrolle in "Medea" am Deutschen Theater Berlin an, den sie im März verliehen bekommt.

Das Deutsche Theater Berlin ist für die Absolventin der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" seit 1998 Zentrum ihrer Arbeit und künstlerische Heimat. Das Publikum jubelte ihr beispielsweise als von Liebesschmerz gezeichnete Gräfin Orsina im Sensationserfolg "Emilia Galotti" und im Part der schönen Helena in "Faust II" zu.

Schon mit 7 Jahren als Sprecherin in Hörspielen erfolgreich, stand Nina Hoss mit 14 Jahren erstmals in Stuttgart auf der Bühne. Für sie stand von Kindheit an fest, in die Fußstapfen der Mutter zu treten. Noch während des Schauspielstudiums wurde sie 1996 als "Das Mädchen Rosemarie" in dem von Bernd Eichinger inszenierten TV-Remake des Kinoklassikers aus dem Jahr 1958 deutschlandweit bekannt. In der Folge wandte sie sich mehr und mehr anspruchsvollen Filmprojekten zu, arbeitete vor "Yella" bereits zwei Mal erfolgreich mit Petzold, "Toter Mann" (2001) und "Wolfsburg" (2003). Dazu sagt sie: "Wir sprechen eine Sprache. Wir sind beide neugierig. Wir können gut miteinander. So einfach ist das."

In Interviews zurückhaltend, wenn es um ihre Arbeit geht, sagte sie in einem dpa-Gespräch während der 57. Berlinale zu "Yella": "Während der Vorbereitung habe ich mir viele Fragen gestellt. Mit den Antworten habe ich auch meine Haltung zur Rolle, meinen Stil für diesen Film gefunden." Wobei in "Yella" auffällt, dass Hoss diesmal, was unüblich ist, vollkommen auf Selbstironie verzichtet. Für sie ist das selbstverständlich. "Ironie verbietet sich hier vollkommen. Yella glaubt an sich, also glaube ich auch an sie. Sonst würde ich die Figur ja denunzieren. Und ich denunziere nie eine Figur, die ich spiele."

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