Sissi und die fliegenden Torten

- Vor fünf Jahren hat die damals 16-jährige Mia aus San Francisco erfahren, dass sie die Thronfolgerin des fiktiven Königreichs Genovien ist. Darum drehte sich Gary Marshalls Komödie "Plötzlich Prinzessin". Harmlos, äußerst liebenswert verpackte Marshall ("Pretty Woman") damals die alt bekannte Geschichte vom hässlichen Entlein, das zum royalen Schwan heranreift, in buntes Bonbonpapier. Nun gibt's eine Fortsetzung, die weniger Humor bietet, dafür weitaus mehr Romanze. Denn in "Plötzlich Prinzessin 2" sucht Genoviens künftige Königin Mia (Anne Hathaway) jetzt den passenden Prinzgemahl.

<P>Julie Andrews spielt die amtsmüde Königin des Zuckerbäckerländchens, Hector Elizondo, Faktotum aller Marshall-Filme, den finster blickenden und doch herzensguten Sicherheitschef, und Heather Matarazzo hat wieder den undankbaren Part der unhübschen besten Freundin übernommen. Ansonsten sind die Anleihen an "Sissi" noch deutlicher als in der ersten Folge: die Anprobe des Ballkleides, die neidischen Blicke, der strahlende Prinz und natürlich der bezaubernde Charme der Prinzessin. Anne Hathaway hat sich die Filme mit Romy Schneider offenbar häufig angesehen. Ihre Ähnlichkeit in Gestik und Mimik ist überdeutlich. Aber vielleicht liegt das auch am hinlänglich bekannten und hier noch einmal mit Musical-Elementen amerikanisierten Plot. Zusätzlich werden Slapstick-Einlagen geboten, die aus Stolpereien, Tortenwurf und Ins-Wasser-Fallen bestehen. Nicht originell, aber pfiffig und punktgenau eingesetzt.<BR><BR>Die Thronfolgerin erwählt ihren Gatten, und letztlich ist es natürlich der Schönste, Sportlichste, Unkonventionellste und Schlagfertigste einer langen Reihe von Kandidaten. Solche Filme muss man nicht mögen - aber wer ein Faible für eine ordentliche Portion Kino-Zuckerwatte hat, wird sicher nicht enttäuscht werden. </P><P>(In München: Mathäser, Marmorhaus, Maxx, Royal, Cinema i.O.)<BR><BR>"Plötzlich Prinzessin 2"<BR>mit Anne Hathaway, Julie Andrews<BR>Regie: Garry Marshall<BR>Annehmbar </P><P> </P>

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