Weg der Sklaven

- Martin Scorsese hat Musik immer schon geliebt, allen seinen Werken merkt man Liebe und Wissen auch über Musikhistorisches an. Dass er die siebenteilige Dokumentarfilmreihe "The Blues" produziert hat, zu der unter anderem Wim Wenders und Mike Figgis Folgen beisteuerten, ist daher nicht überraschend. Mit "Feel like going home" kommt nun Scorseses eigener Beitrag ins Kino.

<P>"Musik ist wie ein Licht in der Dunkelheit, das nie ausgeht", sagt er zu Beginn. Von sehr persönlichem Blick geprägt, beschreibt Scorsese dann den Weg des Blues von seinen Ursprüngen in Westafrika zum Mississippi, in die US-Südstaaten, wo diese Musikrichtung unter den schwarzen Sklaven vor etwas über 100 Jahren entstand. Man erfährt einiges über Größen wie John Lee Hooker, Son House, Robert Johnson und Ali Farka Touré´. Hier wird es auch politisch, denn Touré´ argumentiert, es gebe keine schwarzen Amerikaner, nur Schwarze in Amerika.<BR><BR>Während für Scorsese die Musik offenbar ein Element der Versöhnung, des universalen Miteinander darstellt, ist sie für manche Musiker Ausdruck einer elementaren Spaltung, eines unversöhnlichen kulturellen Bruchs - spannende Gedanken, die weit über den Blues hinaus weisen. Der Blues sei das Einzige, was man den Schwarzen nicht wegnehmen konnte, heißt es einmal, und auch darum ist Scorseses Annäherung zögerlich, voller Liebe, aber auch von Respekt geprägt.<BR><BR>Mit Scorseses Augen lernt man vor allem die Geschichte der Popularisierung des Blues unter den Weißen in den 50er-Jahren näher kennen - das waren auch die Jahre von Scorseses Kindheit. In diskreter Form wird so immer die Person und die Biografie des Regisseurs miterzählt. Der Film ist insofern für jene spannend, die Scorsese zwar mögen, aber mit Blues wenig am Hut haben. Vor allem ist er ein kluger, schön gemachter, stilistisch sehr reifer Dokumentarfilm, was sich nicht über jede, auch nicht jede erfolgreiche Dokumentation sagen lässt. </P><P>(In München: Atlantis).<BR><BR><BR>"Feel like going home"<BR>Regie: Martin Scorsese<BR>Hervorragend <BR></P>

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