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Italienische Amore in Berliner Herbstlandschaft: Was eine versehentlich verschickte SMS bei Mark (Friedrich Mücke) und Clara (Karoline Herfurth) so alles auslösen kann.

Liebeskomödie im Hochglanzformat

"SMS für dich": Noch ein Märchen vom Prenzlberg

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München - Karoline Herfurth gelingt mit ihrer ersten Regiearbeit „SMS für dich“ eine Liebeskomödie à la Schweighöfer & Co.

Eine Liebeskomödie mit Paolo Contes „Via con me“ zu beginnen, ist, nun ja, nicht besonders innovativ. Aber: eine nette Einstimmung darauf, wohin die Reise geht. Italienische Amore zu Berliner Herbstlandschaft – willkommen in Karoline Herfurths erster Regiearbeit. Die Schauspielerin übernimmt selbst die Hauptrolle, ist Clara, frisch verlobt mit Ben. Aber es bleibt nicht lange „wonderful“ – „Good Luck“ ist den beiden Liebenden nicht beschert. Ben stirbt, sie trauert zwei Jahre bei ihren Eltern auf dem Land und wagt dann einen Neustart in der Hauptstadt.

Damit bei all der Liebe das Komödiantische nicht zu kurz kommt, setzt Herfurth auf die üblichen Verdächtigen. Allen voran Nora Tschirner, die Katja spielt, Claras ehemalige Mitbewohnerin, bei der die Unglückliche nun erst einmal unterkommt. Tschirner ist Tschirner bleibt Tschirner. Wie immer Kumpeltyp, sorgt sie als lockere beste Freundin für die „Sex-and-the-City“-Momente, ohne die heute keine deutsche Komödie der Filmemacher-Generation Schweighöfer mehr auskommt. Das Drehbuch dieser Verfilmung des Romans von Sofie Cramer hat Herfurth unter anderem mit Til Schweigers Geheimwaffe für Erfolgsdialoge, Anika Decker, verfasst. Das ist unverkennbar. Und auch die Ausstattung, die Kameraführung, die weichen Farbtöne passen sehr in die Reihe deutscher Liebeskomödien im Hochglanzformat, eindeutig inspiriert durch Hollywood, verfeinert mit Prenzlberger Altbau-Charme.

Vor dieser Kulisse entspinnt sich eine neue Liebe zwischen Clara und Mark (Friedrich Mücke). Die SMS-Botschaften, die sie eigentlich an ihren verstorbenen Ben schicken wollte, erreichen den smarten Journalisten. Ihn trifft die Liebe wie ein Blitz, die Suche nach der unbekannten Texterin kann beginnen. Mit seinem Kumpel David (wie immer gutherzig treudoof: Frederick Lau) treibt er sich Abend für Abend an den Plätzen herum, die sie in ihren SMS erwähnt. Warum er es nach einem Fehlversuch nicht einfach noch ein zweites Mal mit einem Anruf bei ihr versucht, könnten Böswillige als etwas unrealistisch abtun. Aber seien wir ehrlich: Hätte Aschenputtel dem Prinzen nicht auch gleich verraten können, wer sie ist, statt zur Geisterstunde abzuschwirren? Eben. In Märchen ist alles erlaubt.

Und dann hat Herfurth, damit’s nicht gar zu rosig wird, noch eine Kollegin vom „Fack ju Göhte“-Set mitgebracht, die in jüngster Zeit einen besonders guten Riecher bei der Rollenannahme beweist. Katja Riemann, selbst ob ihrer Direktheit von Journalisten gefürchtet, gibt ausgerechnet die unnahbare Schlagersängerin Henriette Boot – und scheint einen Heidenspaß daran zu haben. Und wie schön, auch Herfurth kann Selbstironie. Wenn sie als Clara von Mirabellen schwärmt („meine Lieblingsfrüchte“), dann ist das eine hübsche Remineszenz an ihre Rolle des Mirabellenmädchens in Tom Tykwers „Das Parfum“. Die besten Pointen aber zündet Cordula Stratmann als mannstolle Verlegerin.

Nein, innovativ ist „SMS für dich“ nicht. Dafür lustig und in vielen Momenten rührend. Das reicht doch fürs Erste.

„SMS für dich“

mit Friedrich Mücke, Regie: Karoline Herfurth

Laufzeit: 107 Minuten

Sehenswert

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