Der Sohn muss raus

- Diesem smarten Lebemann geht es wunderbar: Die Wäsche liegt täglich gewaschen und gebügelt auf seinem Bett zum Anziehen bereit, der Frühstückstisch ist üppig gedeckt. Und während Tripp (Matthew McConaughey) sich mit Freunden im Fitnessstudio vergnügt, saugen und feudeln unsichtbare Hände sein Zimmer. Keine Frage, der Mann lebt noch bei seinen Eltern. Doch Mutti (Kathy Bates) ist genervt, deswegen schmieden die Eltern einen Plan: Tripp muss raus.

Mitsamt seiner Unordnung, seiner schmutzigen Wäsche und seinen Damenbesuchen. Damit sie endlich ihren Lebensabend in beschaulicher Zweisamkeit genießen können. Also engagieren die pfiffigen Alten die Motivationstrainerin Paula (Sarah Jessica Parker), die Tripps Herz erobern und den Nesthocker dadurch aus dem Hotel Mama locken soll.

Die Grundidee ist bekannt. Vor vier Jahren erörterte Etienne Chatiliez in "Tanguy" das Problem, wie Eltern ihren Sohn vor die Tür setzen können. Doch an den lebensklugen, warmherzigen Charme des französischen Originals kommt die amerikanische Hochglanz-Variation des Themas in keiner Minute heran. Die von Regisseur Tom Dey vorgenommenen Veränderungen der Geschichte sind meistens wenig sinnvoll und schlimmstenfalls einfach nur unlogisch. Die auf amerikanische Verhältnisse zugeschnittenen Gags erscheinen im Vergleich zum Vorgänger-Film sehr platt und schwergängig. Die heiter-boshafte Leichtigkeit von "Tanguy" ist in "Zum Ausziehen verführt" einem schlichten Brechstangen-Schenkelklopfer-Humor gewichen.

(In München: Mathäser, Marmorhaus, Maxx, Münchner Freiheit, Cadillac, Autokino, Cincinnati, Cinema i.O.)

"Zum Ausziehen verführt"

mit Matthew McConaughey,

Kathy Bates

Regie: Tom Dey

Unerträglich

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