"Sophie Scholl" als deutscher Oscar-Vorschlag

- München - Das Kinodrama "Sophie Scholl - Die letzten Tage" über die NS-Widerstandskämpferin ist der deutsche Kandidat für den nächsten Oscar-Wettbewerb. Der preisgekrönte Film von Marc Rothemund werde in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film eingereicht, teilte German Films, die Auslandsvertretung der deutschen Filmbranche, am Mittwoch in München mit.

Damit geht nach dem Hitler-Film "Der Untergang" im vergangenen Jahr wieder eine Produktion über die deutsche Nazi-Vergangenheit ins Rennen um den begehrtesten Filmpreis der Welt. Die Oscars werden am 5. März in Hollywood vergeben.

"Sophie Scholl" erzählt von den letzten Tagen der Münchner Studentin, die sich wie ihr Bruder Hans Scholl nicht mit dem Unrecht der Nazis abfinden wollte und in beispielloser Zivilcourage dem Märtyrertod entgegenging. Die Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" verteilten Flugblätter, wurden am 18. Februar 1943 verhaftet, verhört und vier Tage später hingerichtet.

Der Film erhielt bei der Berlinale zwei Silberne Bären für die beste Regie und für die beste Hauptdarstellerin (Julia Jentsch). In Deutschland sahen 1,2 Millionen Besucher den Streifen.

"Sophie Scholl" sei ein Film von großer emotionaler Dichte, getragen von herausragenden schauspielerischen Leistungen, begründete die von German Films berufene unabhängige Fachjury ihre Entscheidung. Seine Bedeutung liege in der zeitlosen Thematik des selbstlosen Widerstands gegen jede Form von Unterdrückung.

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