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Auf dem Weg ins gelobte Land? Nero (Johnny Ortiz, li.) wird Greencard-Soldat, um die US-Staatsbürgerschaft zu erhalten (Szene mit Michael Harney als Seymour).

Mexiko-USA

„Soy Nero“: Ein Film über die absurdeste Grenze

München - Der Film „Soy Nero“ nimmt ein Thema des US-Wahlkampfs auf und erzählt von einem Mexikaner, der einen US-Pass haben will.

Es geht viel um Grenzen in Politik und Gesellschaft, international, seit Monaten. Obergrenzen für die Aufnahme einer bestimmten Anzahl von Flüchtlingen, reale Grenzen, die von Staaten im Osten Europas abgeriegelt werden, unsichtbare Außengrenzen, die die Europäische Union im Mittelmeer verteidigt. Und dann gibt es noch die, die Filmregisseur Rafi Pitts „die absurdeste Grenze“ nennt: zwischen Mexiko und den USA.

In Pitts’ Film „Soy Nero“ muss der junge Titelheld eben diese Grenze überwinden. Er ist in Los Angeles aufgewachsen, allerdings als Teil einer mexikanischen Familie, die illegal in die USA kam. So musste er schließlich zurück nach Mexiko und versucht seitdem verbissen, in das Land zurückzukehren, das er Heimat nennt. Nicht einfach, bei all den Grenzposten und Zäunen, die die Vereinigten Staaten vor dem Nachbarn aus dem Süden abschotten. Und selbst bei einer erfolgreichen Flucht droht Nero doch wieder ein Leben in der Illegalität, in ständiger Angst vor der Abschiebung. So sieht der junge US-Amerikaner mit mexikanischem Pass nur eine Lösung: Er wird Greencard-Soldat.

Menschen wie Nero gibt es wirklich. Junge Migranten, die sich verpflichten, für die USA in den Krieg zu ziehen – und nach abgeleistetem Wehrdienst die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten. Wenn nichts dazwischenkommt, versteht sich. Nero jedenfalls findet sich schon bald selbst als Grenzsoldat wieder: Nicht lange, nachdem ihn uniformierte Männer in der amerikanisch-mexikanischen Wüste zu Boden gerissen und in eine Zelle gesteckt haben, bewacht er – ebenfalls in Uniform – einen Checkpoint in einer Wüste im Nahen Osten. All dies, um endlich anerkannt zu werden von den Menschen, denen er sich nahe fühlt – und die ihn, wie seine US-Kameraden am Grenzposten, allzu gerne als „Taco-Bäcker“ bezeichnen.

Aber Neros Kameraden, die ihn abschätzig behandeln, die Polizisten, die ihn grundlos mitten in Beverly Hills einer peniblen Kontrolle unterziehen, der amerikanische Patriot, der ihn im Auto mitnimmt und ihm vorsichtshalber seine geladene Pistole präsentiert – die haben die Grenze im Kopf. Und die ist durch den amerikanischen Wahlkampf in diesem Jahr noch einmal aufgestockt worden. Ob der künftige Präsident Donald Trump seine Ankündigung wahr macht, einen kilometerlangen Steinwall zwischen den USA und Mexiko zu errichten, ist noch ungewiss. Aber genug Mauern zum Einreißen gibt es auch so.

„Soy Nero“

mit Johnny Ortiz, Michael Harney

Regie: Rafi Pitts

Laufzeit: 117 Minuten

Sehenswert

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Crossing Over“ mochten.

Johanna Popp

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