Spannung beim Oscar-Jubiläum

- München - Außergewöhnliche Filme, herausragende Darsteller und ein Jubiläum - einer glanzvollen Oscar-Verleihung steht also eigentlich nichts im Wege, wenn in der Nacht zum 24. März die begehrten Trophäen zum 75. Mal vergeben werden. Nur der drohende Irakkrieg könnte den galmourösen Abend überschatten.

<P>Besonders spannend wird die Entscheidung der US-Filmakademie bei der Kür des besten Films: Um diesen Titel konkurrieren das Musical "Chicago", das mit 13 Nominierungen leicht favorisiert ist, Scorseses Epos "The Gangs of New York", Polanskis Holocaust-Tragödie "Der Pianist" von Polanski, das Frauen-Drama "The Hours" und der zweite Teil von "Herr der Ringe".</P><P>Zwei Altmeister gehen beim Oscar für den besten Hauptdarsteller ins Rennen: Auf der einen Seite Jack Nicholson (65), der in "About Schmidt" als kleinbürgerlicher Pensionär brillierte. Auf der anderen Seite Michael Caine (70) mit einer herausragenden Leistung in "The Quiet American", wo er einen britischen Korrespondenten im Saigon der 50er Jahre verkörpert. Die weiteren Titelaspiranten: Adrien Brody ("Der Pianist"), Nicolas Cage ("Adaptation") und Daniel Day-Lewis ("Gangs of New York").</P><P>Um den Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin konkurrieren die Mexikanerin Salma Hayek ("Frida"), die Australierin Nicole Kidman ("The Hours") sowie die drei Amerikanierinnen: Julianne Moore ("Dem Himmel so fern", "The Hours"), Diane Lane ("Untreu") und Renee Zellweger ("Chicago"). </P><P>Die deutsche Regisseurin Charlotte Link hat mit "Nirgendwo in Afrika" Chancen auf den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Allerdings muss sie sich gegen starke Mitbewerber behaupten: Zu den weiteren Anwärtern zählen Kaurismäkkis wortkarges Rührstück "Der Mann ohne Vergangenheit" oder das chinesische Epos "Hero", das bei der Berlinale viel Beifall erntete.</P><P>Ein weiterer deutscher Beitrag hat da deutlich bessere Karten: In der Kategorie "Kurzer Trickfilm" treten vier Studenten der baden-württembergischenFilmakademie in Ludwigsburg mit "Das Rad" an. Der knapp neunminütige Streifen hat bereits eine Reihe von Preisen auf Festivals gewonnen. Aber auch hier könnte die aktuelle Weltpolitik einen Strich durch die Rechnung machen: Ob deutsche Filme in den USA derzeit hoch im Kurs sind, ist fraglich.</P>

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