Spinnen wieder im Kino aktiv

- Spinnen sind in - ob in Form des genmutierten Jünglings Spiderman, ob in David Cronenbergs abgründigem "Spider" (der bei uns noch ins Kino kommt) oder eben jetzt in "Arac Attack": Ellory Elkayems Film steht ganz in der Tradition jener Spinnenhorrorfilme aus den 50ern, in denen riesen- und boshaft gewordene Spinnen sich über brave Menschen hermachen.

<P>Das waren zumeist B-Movies, schnelle und nicht besonders subtile Genre-Produktionen, die doch mitunter zu Klassikern wurden. Ihre nachhaltige Faszination liegt, darin, dass sie an unser aller Unbewusstes rühren, an eingestandene oder uneingestandene Spinnenphobien. </P><P>Ob "Arac Attack" ähnliche Dauerhaftigkeit beschieden sein wird, darf man bezweifeln. Auch hier geht es zwar um - diesmal durch Giftmüll - mutierte Spinnen. Die Spezialeffekte sind eindrucksvoll, die Darsteller mit David Arquette und Kari Wuhrer ansehnlich. Und Elkayem bemüht sich redlich, seine Geschichte mit ein paar geistreichen Anspielungen auf den "Krieg gegen den Terror" und mit witziger Konsumkritik zu würzen. Genau dieser Wille zur Ironie - oder vielleicht die Unmöglichkeit, ein solches Thema noch ernsthaft zu erzählen - ist aber das Problem des Films. </P><P>Zu unentschieden schwankt "Arac Attack" zwischen einer Hommage ans B-Movie der 50er-Jahre, ernsthaften Grusel- und Splattermomenten und der Versuchung, die eigene Naseweisheit zur Schau zu stellen. Es wäre spannend, einmal eine Geschichte über die Kino-Spinnen und das Spinnenartige im Menschen, die Faszination dieser Viecher zu lesen. "Arac Attack" gebührte dort aber nur eine kleine Fußnote. (In München: Marmorhaus, Maxx, Karlstor, Autokino, Cinema i. O.)<BR> <BR>"Arac Attack"<BR>mit David Arquette, Kari Wuhrer<BR>Regie: Ellory Elkayem<BR>Erträglich<BR></P>

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