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Carrie Fisher, Mark Hamill und Harrisson Ford bei der Comic Con im Jahr 2015.

Luke-Skywalker-Darsteller im Interview

Mark Hamill über Carrie Fisher: „Als sie starb, war ich sauer!“

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„Star Wars - Die letzten Jedi“ läuft ab Donnerstag in den Kinos. Die tz hat mit Luke-Skywalker-Darsteller Mark Hamill über seinen Ruhm, über Actionfiguren und seine Filmschwester Prinzessin Leia (Carrie Fisher) gesprochen.

Luke Skywalker hat Ihr Leben beeinflusst. Was ist die Essenz davon – abgesehen vom Ruhm?

Mark Hamill: Ich hätte nie gedacht, dass Star Wars so lange fortgeführt werden würde. Ich dachte: Okay, es ist beliebt, aber das wird abebben. Mir wäre nie in den Sinn gekommen, dass mein Gesicht auf einer elektrischen Zahnbürste oder auf Unterhosen sein würde! Ich erinnere mich, wie ich Harrison (Harrison Ford, Anm. d. Red.) zurief: „Hey, Harrison, guck’ mal! Mein Gesicht ist auf der Cornflakes-Packung!“ Ihm war das ziemlich wurscht. Ich hab’s geliebt.

Woher rührt der Erfolg?

Hamill: Es sind optimistische Filme, ich habe es immer als Märchen gesehen. Als ich das Drehbuch damals las, dachte ich: Das ist wie Der Zauberer von Oz! Und ich freue mich irrsinnig, dass die Fans von einst die Filme heute mit ihren Kindern anschauen. So wie ich es getan habe.

„Als Carrie starb, war ich im ersten Moment sauer“

Wie viele Actionfiguren von Luke Skywalker haben Ihre Kinder?

Hamill: (lacht) Mein Sohn Nathan wurde geboren, als Das Imperium schlägt zurück herauskam. Als Kind war er der größte Fan. Ich selbst kann das nachvollziehen. Die Beatles waren mein Star Wars. Ich war elf und wollte alles über sie wissen. Das obsessive Fantum hat Nathan wohl von mir. Er war noch in Windeln, als diese riesigen Kartons bei uns daheim eintrafen, darin all die Actionfiguren. Wenn ich all die Figuren zur Seite gelegt hätte, wären die heute richtig viel wert. Aber was für ein Vater wäre ich, hätte ich gesagt: „Ach komm, lass’ die mal in der Originalverpackung, damit finanzieren wir später mal dein Studium.“ Heute regt Nathan sich auf: „Warum hast du mich mit der Leia-Puppe spielen lassen? Die ist heute 1400 Dollar wert! Warum hast du mich ihre Frisur verunstalten lassen?“ (lacht)

Apropos Prinzessin Leia. Disney hat versprochen, dass sie Leia nach dem Tod von Schauspielerin Carrie Fisher nicht per Computertechnik auf der Leinwand zum Leben erwecken würden. Die richtige Entscheidung?

Hamill: Du wirst den Unterschied zwischen echtem und animiertem Schauspieler merken. Klar, die technischen Mittel werden besser und besser. Disney sagt, sie werden es nicht tun, und ich glaube, das ist richtig.

Wie ist das für Sie, die Filme mit ihr zu sehen?

Hamill: Nicht leicht. Als sie starb, war ich im ersten Moment sauer! Sie hatte normalerweise immer ein großartiges Timing. Aber jetzt? Gerade ging es wieder los, da wird sie aus dem Leben gerissen. Sie ist unersetzlich. Doch ich kenne Carrie. Wäre sie jetzt hier, stünde sie hinter Ihnen und würde Grimassen schneiden. Sie hat mich immer zum Lachen gebracht. Wir haben uns versprochen: Wenn einer von uns früher stirbt, kommt der andere und mischt die Beerdigung auf.

„War es schwierig, das Lichtschwert wieder zu halten?“

Und: Haben Sie?

Hamill: Nein, nein! Als sie starb, dachte ich: Mist, das ist ein Versprechen, das ich brechen muss. Meine Trauer war zu groß. So wie bei Star Wars: Auch die Filme beinhalten alle Seiten des Lebens. Triumph und Tragödie, Geburt und Tod…

Der Inhalt des neuen Filmes ist das bestgehütetste Geheimnis der Branche. Was tun Menschen, um Details von Ihnen zu erfahren?

Hamill: Besonders Ihr Journalisten seid da so clever! Ihr sagt Sachen wie: „War es schwierig, das Lichtschwert wieder zu halten?“ Und ich will gerade loslegen – da fällt mir ein: Ich darf ja gar nicht verraten, ob ich das Schwert benutzt habe. Und die Fans, sie sind einfach so enthusiastisch!

Was sollte man vor eingefleischten „Star Wars“-Fans niemals tun?

Hamill: Zu sagen: „Ach, kommt Leute, es ist nur ein Film.“ Das habe ich einmal getan – es war, als hätte ich den Papst bespuckt. Ich werde das nie wieder tun. 

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