Stasi-Drama ist Europas Film des Jahres

- Warschau - Das bereits vielfach preisgekrönte Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck ist auch der beste europäische Film des Jahres.

Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises gingen in Warschau insgesamt gleich vier Auszeichnungen an die Deutschen - so viele offizielle Jury-Preise wie noch nie. Von Donnersmarck erhielt für sein Werk nicht nur den Hauptpreis, sondern auch die Auszeichnung für das beste Drehbuch.

Hauptdarsteller Ulrich Mühe wurde als bester europäischer Schauspieler geehrt. Er spielt in "Das Leben der Anderen" einen Stasi-Spitzel, der am Ende das Unmoralische seines Tuns einsieht. Beste europäische Schauspielerin wurde die Spanierin Penelope Cruz für ihre Rolle in Pedro Almodovars Komödie "Volver". Auch der beste Dokumentarfilm kommt aus Deutschland. Philip Gröning wurde für seine Kloster-Studie "Die große Stille" ausgezeichnet.

Mit von Donnersmarcks Film über die Machenschaften der DDR-Staatssicherheit ist innerhalb von fünf Jahren bereits zum dritten Mal ein deutscher Beitrag als bester Europäischer Film ausgezeichnet worden. 2003 hatte "Good Bye, Lenin!" von Wolfgang Becker gewonnen, im Jahr darauf Fatih Akins "Gegen die Wand". "Das ist unglaublich!", rief von Donnersmarck überglücklich in Warschau. Sein Film, der bisher in Deutschland rund 1,6 Millionen Besucher hatte, ist von deutscher Seite auch zur Nominierung für einen Oscar vorgeschlagen worden.

Die meisten Preise räumte mit gleich fünf Auszeichnungen aber Almodovars "Volver" ab. Neben Cruz wurde Almodovar von der Europäischen Filmakademie zum besten europäischen Regisseur gekürt. Er nahm außerdem den Publikumspreis für den besten Film entgegen. "Ich widme den Preis den wunderbaren Schauspielerinnen dieses Films", sagte Almodovar. Auch der Preis für die beste Filmmusik ging an "Volver". Geehrt wurde der Komponist Alberto Iglesias. Eine weitere Auszeichnung erhielt der Kameramann von "Volver", José Luis Alcaine.

Der französisch-polnische Regisseur Roman Polanski wurde für sein Lebenswerk geehrt. Er nahm die Auszeichnung vor mehr als 1000 Gästen aus der Filmbranche sehr gerührt entgegen. "Diesen Preis in meiner Stadt zu erhalten, das ist etwas ganz Besonderes", sagte der Regisseur. "Nur gute Dinge geschehen mir in dieser Stadt." Der heute 73-jährige Polanski habe als Schauspieler, Autor, Regisseur und Produzent "unvergessliche Kinoerlebnisse geschaffen" wie "Tanz der Vampire" (1967), "Rosemaries Baby" (1968) und "Der Pianist" (2002), urteilte die Jury. Der britische Produzent Jeremy Thomas ("Der letzte Kaiser", "Sexy Beast") wurde für seinen herausragenden Beitrag zum Weltkino mit dem "Prix Screen International" geehrt.

Der Europäische Filmpreis wurde in insgesamt 15 Kategorien verliehen. Die Auszeichnung wird jährlich abwechselnd in Berlin und einer anderen europäischen Hauptstadt vergeben.

Internet: www.europeanfilmacademy.org

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