Steinschlag

- Man muss nur früh genug sterben, um Karriere zu machen. Zumindest als Rockmusiker. Einer der ersten, die das praktiziert haben, war Brian Jones, der Gitarrist der Rolling Stones. Im Juni 1969 setzten ihn die Stones vor die Tür - er war damit erledigt. Am 3. Juli des selben Jahres trieb Jones tot in seinem Swimming Pool und wurde umgehend zur Legende.

Er sei die eigentliche kreative Kraft der Stones gewesen; wäre er am Leben geblieben, hätte er noch Meilensteine der Rockgeschichte abgeliefert.

Stephen Woolley, bisher als Produzent tätig, haut mit seinem Regiedebüt "Stoned" in dieselbe Kerbe und serviert noch eine Verschwörungstheorie dazu. Jones' Tod war kein Drogenunfall, der Gärtner war's: Er hat den genialen Musiker aus Eifersucht ermordet. Das hat als Geschichte einen gewissen Reiz, aber Woolley trägt beide Thesen mit so verbissener Penetranz vor, dass man bald das Interesse verliert. Es gibt keine Spur von Reflexion oder gar Humor. Es werden flauschige 60er-Jahre-Klischees bedient, anstatt die Chance zu nutzen, den Mythos der geistigen Revolution und ihrer Helden ein wenig zu hinterfragen. Es plätschert sehr vorhersehbar und sehr selbstgerecht dahin.

Hauptdarsteller Leo Gregory muss das abgehobene Wunderkind geben, das von der Umwelt beständig missverstanden wird. Das wird weder der historischen Person gerecht, noch ist es als Filmfigur allzu überzeugend. Paddy Considine immerhin macht als Landschaftspfleger eine gute Figur, aber auch er kommt nicht gegen die merkwürdig sterile Atmosphäre des Films an. Einer der Ursachen für die Leblosigkeit des Projekts mag sein, dass aus rechtlichen Gründen kein einziger Ton der Stones zu hören ist. Für einen Film über einen Rolling Stone ein fatales Handicap. (Ab Donnerstag in München: Atelier.)

Zoran Gojic

"Stoned"

mit Leo Gregory, Paddy Considine

Regie: Stephen Woolley

Erträglich

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