Auf der Suche nach Buddha

- Das schönste Bild sieht man zu Beginn: Begleitet von Anfeuerungsschreien klettern Männer auf einen Baum. Sie sind fast nackt, ihre Haut ist mit Lehm beschmiert, und sie stoßen sich gegenseitig herunter - ein archaischer Brauch, bei dem am Ende einer der Dorfjungen als Sieger gefeiert wird, weil er eine Trophäe ergattert hat. Und weil man zunächst nicht versteht, was da passiert, besitzen die Anfangsminuten eine Aura, die den Rest des Films bestimmt, auch wenn sie nicht wieder eingefangen wird.

<P>Kampf ist ein Teil des Lebens, sagt dieses Bild. Doch das auf den ersten Blick idyllische Leben auf dem thailändischen Land wird gestört. Eine Buddhastatue wird gestohlen, und Ting (Tony Jaa), der Sieger vom Anfang, macht sich mit dem Segen des Dorfes auf in die Stadt, um den Dieb zu finden. Klar, dass bald auch seine Kampfkunst zur Anwendung kommt.<BR><BR>Die Story ist keineswegs frei von Klischees: In Bangkok trifft Ting auf einen ehemaligen Dorfler, der vom Land nichts mehr wissen will und der wieder auf den richtigen Weg gebracht werden muss. Ein alter Lehrer gibt Ting Lebensregeln mit auf die Reise. Und der Naturbursch will nicht kämpfen, sondern lieber buddhistisch-friedfertige Sätze aufsagen. Doch wie schon bei Caine in der TV-Serie "Kung Fu" weiß man: Früher oder später wird es scheppern und Ting alle Schurken mit exakt platzierten Handkantenschlägen und Lebertritten außer Gefecht setzen.<BR><BR>Trotzdem ist "Ong Bak" kein Prügelfilm. Das Muay-Thai wirkt eher wie ein Tanz. Ausgefeilte Choreographien erinnern an die Kunststücke von Zirkusstars. Wie viel Vergnügen man daran findet, ist gewiss Geschmackssache. Aber dass Thai-Filme das Weltkino ähnlich bereichern werden wie die übrigen ostasiatischen Streifen, ist bereits jetzt unübersehbar <BR><BR>(In München: Mathäser).<BR>"Ong Bak"<BR>mit Tony Jaa, Phanom Yeerum<BR>Regie: Prachya Pinkaew<BR>Annehmbar</P>

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