Auf der Suche nach der Revolution

- Es war einigermaßen vorhersehbar, was bei der Verleihung des Förderpreises Deutscher Film in der Münchner Muffathalle geschah. Die Jury suchte sich den Film aus, der in aller Munde ist. Hans Weingartner und sein Werk "Die fetten Jahre sind vorbei" waren die Gewinner des Abends, mit Preisen für Regie, Drehbuch und für Stipe Erceg, der mit Julia Jentsch und Daniel Brühl auf der Suche nach der Revolution ist.

<P>Man kann den Film als die Verarbeitung von Weingartners politisch aktiver Zeit verstehen. "Es hat allerdings zehn Jahre gedauert, bis ich meine Wut kanalisieren konnte und daraus einen Film gemacht habe. Dennoch will ich kein politischer Filmemacher sein."<BR><BR>Den Preis für die beste Schauspielerin erhielt Marie-Luise Schramm, die Mareike aus Katinka Feistls "Bin ich sexy?". Es ist bereits die zweite Auszeichnung für die 20-Jährige nach dem Max-Ophüls-Preis 2002 für "Mein Bruder der Vampir". Der Förderpreis Deutscher Film ist mit insgesamt 80 000 Euro der höchst dotierte private Filmpreis in Deutschland. Für das Drehbuch werden Weingartner und seine Co-Autorin Katharina Held indes kein Geld bekommen. </P><P>Die Auszeichnung firmiert unter dem Namen "Sonderpreis für ein szenisches Treatment". Ursprünglich waren nur "Such mich nicht" von Tilman Zens und "Sommersturm" von Marco Kreuzpaintner nominiert gewesen, also nur zwei statt drei Filmen, wie in den anderen Kategorien. Angeblich, weil lange nicht klar war, ob "Die fetten Jahre" überhaupt mit einem richtigen Drehbuch entstanden waren. Kurzfristig wurde Weingartners Film nachnominiert. Dass der Regisseur bei der Preisverleihung erklärte, natürlich habe er ein Drehbuch gehabt, ist die ironische Spitze einer undurchsichtigen Angelegenheit.</P>

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