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Unglaubliche Dinge geschehen vor den Augen von Joel Courtney als Joe (v.l.), Elle Fanning als Alice und Ryan Lee als Cary.

„Super 8“: Premium-Popcornkino

„Super 8“ ist eine Mischung aus warmherzigem Familienfilm und spannender Science Fiction. Sehen Sie hier den Kinotrailer und die Filmkritik.

Sommer 1979, eine Kleinstadt in Ohio: Nach dem Unfalltod seiner Mutter stürzt sich der 13-jährige Joe in die Dreharbeiten zu einem Zombiefilm, den sein bester Freund Charles mit einer Super-8-Kamera inszeniert. Als Hauptdarstellerin konnte er Alice gewinnen, das schönste Mädchen der Schule. Joe hat sich in sie verliebt – doch ihr Vater ist indirekt schuld am Tod von Joes Mutter, weshalb Joes Vater ihm jeden Kontakt mit Alice verboten hat. Bei heimlichen nächtlichen Dreharbeiten werden die Kinder Zeugen eines spektakulären Zugunglücks, bei dem eine mysteriöse Kreatur aus einem Waggon entweicht. Daraufhin geschehen höchst merkwürdige Dinge im Ort, Alice verschwindet spurlos, und der kleine Joe muss über sich hinauswachsen.

Sind Sie ein Kino-Kenner? Die besten Filmzitate

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Willkommen zurück in den Achtzigerjahren: „Super 8“ zeigt uns noch einmal, wie sich Kino in der analogen Ära angefühlt hat – zu Zeiten von Kultfilmen wie „E.T.“, „Stand By Me“ oder „Unheimliche Begegnung der dritten Art“. Keine 3D-Brillen, keine Superkräfte, keine Zauberstäbe: Diese Old-School-Mischung aus warmherzigem Familienfilm und spannendem Sci-Fi-Thriller ist eine willkommene Abwechslung im Blockbuster-Einerlei des 21. Jahrhunderts. Eine Art „Best of“ der frühen Filme von Steven Spielberg – wie ein getunter Oldtimer, zusammengebastelt aus 30 Jahre alten Ersatzteilen, renntauglich gemacht mit moderner Technik: Fahrvergnügen garantiert! Drehbuchautor und Regisseur J. J. Abrams, der als Schöpfer von Serien wie „Lost“ Fernsehgeschichte schrieb und vor zwei Jahren mit „Star Trek“ für Begeisterung in den Kinosälen sorgte, bietet für ein verblüffend geringes Budget eine Menge an atemberaubenden Effekten, die auf der großen Leinwand erst richtig zur Geltung kommen. Aber er hat von seinem Mentor Steven Spielberg gelernt, dass richtig gute Filme nicht bloß gigantische Spektakel sein dürfen, sondern Herz und Seele brauchen.

So lässt er uns, unterstützt durch eine exquisite Darsteller-Riege um Elle Fanning („Somewhere“) als Alice, von Anfang bis Ende mitfühlen und mitfiebern mit seinen jungen Helden: Ums Erwachsenwerden geht es, ums Zusammenhalten – aber auch ums Trauern, Vergeben und Loslassen, wofür Abrams ein grandioses Sinnbild gefunden hat. Premium-Popcornkino, das uns zum Lachen, Weinen, Gruseln und Staunen bringt: Abrams ist ein zukünftiger Kino-Klassiker geglückt, eine wunderbare Hommage ans Filmemachen mit magischen Momenten und einer großen Prise Retro-Charme. Kurz: „Super 8“ ist wirklich super!

von Marco Schmidt

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