Kinotrailer und Filmkritik

Zucken ohne Gruseln in „The Vatican Tapes“

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„The Vatican Tapes“ ist eine weichgespülte Variante der Antichristen-Ankunft. Einen Vorgeschmack gibt es im Kinotrailer.

Nachdem ein Vogel sie verletzt, verwandelt sich Angela: Sie trinkt Unmengen Wasser und beginnt, die Mitmenschen unflätig zu beschimpfen. Bald landet sie in der Psychiatrie. Aber erst der herbeigerufene Pater Lozano weiß Rat: Die Frau ist von einem Dämon besessen. Der ewige Kampf gegen den Fürsten der Finsternis steht an.

Der Vorspann von „The Vatican Tapes“ mit Ausschnitten angeblich authentischer Fälle von satanischer Besessenheit macht noch mächtig Eindruck. Er ist zeitgemäß, aufs Wesentliche reduziert, doch angemessen eindringlich.

Dagegen fällt das „Fallbeispiel“ Angela deutlich ab. Regisseur Mark Neveldine nimmt sich zu lange Zeit, um ihre voranschreitende Passion zu beschreiben. Hauptdarstellerin Olivia Taylor Dudley darf mit Gliedmaßen zucken, kreischen, mit den Augen rollen und wirres Zeug brabbeln. Echter Grusel stellt sich bei der weichgespülten Variante der Antichristen-Ankunft nicht ein. Neveldine gelingt es nicht einmal, dem Zuschauer plausibel zu machen, warum sich der Teufel gerade diese Person ausgesucht hat. Da bot Richard Donner in „Das Omen“ deutlich mehr Sozialkritik am US-Bürgertum, von William Friedkins „Exorzist“ oder Roman Polanskis „Rosemaries Baby“ ganz zu schweigen.

„The Vatican Tapes“

mit Olivia Taylor Dudley

Regie: Mark Neveldine

Laufzeit: 91 Minuten

Rubriklistenbild: © Bonnie Osborne/Universum Film/dpa

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