Trumps Chefstratege Bannon verlässt offenbar das Weiße Haus

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Opulent ausgestattet und doch überraschend herzlos: Die Verfilmung der "Buddenbrooks" (Szene mit Jessica Schwarz als Tony Buddenbrook).

Film der Woche

Thomas Mann hat mehr verdient

Das Fernsehen hat sich durchgesetzt: Heinrich Breloers allzu brave Verfilmung der "Buddenbrooks"

Voller Ornamente ist schon zu Beginn die Titelschrift, in freundliche Pastellfarben sind die Bilder getaucht - zumindest am Anfang wirkt die Lübecker Welt in Ordnung. Dass das so nicht bleiben wird, verriet dem Leser noch der Untertitel von Thomas Manns Roman "Buddenbrooks": "Verfall einer Familie".

Im Film ahnt davon ein Unkundiger zunächst kaum etwas: Zu ungebrochen erscheint ein Idyll des guten Lebens in einer Hansestadt des 19. Jahrhunderts. Auf einen Off-Erzähler, der manches raffen könnte, hat Regisseur Heinrich Breloer verzichtet. So bekommt man, was man sieht - nicht mehr. Diese Entscheidung tut der Romanhandlung einige Gewalt an: Eine ganze Generation ist kommentarlos weggefallen, die Kinderzahl des Konsuls von fünf auf drei zurechtgestutzt, und Tony Buddenbrook hat keine Tochter mehr. Man möchte fast von kleinbürgerlicher Übersichtlichkeit sprechen, die hier herrscht. Sie ist dem Fernsehen geschuldet, das Breloers "Buddenbrooks" bald als Zweiteiler senden wird.

Zwei persönliche Schwerpunkte setzt der Regisseur: Er arbeitet die Bedeutung des Geldes stark heraus, liest den Roman als Studie über die Psychologie ökonomischen Erfolgs und Kaufmannsmoral - was der Intention von Mann, einem interessierten Leser von Marx und Weber, angemessen ist. Daraus folgt eine zweite Akzentuierung: Breloers heimlicher Held ist der von Mark Waschke eindringlich gespielte Thomas Buddenbrook. Wenn der mit Fleiß und Anstand eigene Schwächen niederringt und dennoch scheitert, wird das Drama einer Gesellschaft deutlich, die mit einem Modernisierungsschub konfrontiert wird.

Dagegen bleibt die Schwester Tony (routiniert: Jessica Schwarz) blass und rückt als Sympathieträgerin in den Hintergrund. Das liegt auch daran, dass sie, kaum etabliert der Film die Figur, bereits auf Druck des Vaters (maskenhaft: Armin Mueller-Stahl) in die Heirat mit dem Phrasendrescher Grünlich einwilligt. Der Roman braucht dafür über 100 Seiten. Überhaupt wirkt Breloers Erzählweise rastlos, sein Film hat keinen Bogen. Viel zu selten wird das Bild geöffnet.

Der Einfluss des Fernsehens mag das erklären, und gewiss ist dieser auch für die ermüdende Redundanz verantwortlich, mit der hier Dialoge im Schuss-Gegenschuss-Muster erzählt, Halbtotalen und überhaupt jedes längere Verweilen in einem Bild vermieden werden.

So wirkt alles überraschend herzlos, als Pflichterfüllung, die den Roman bebildert und nachspielt, aber nie interpretiert. Was man außerdem vergeblich sucht, ist jene spezifische Thomas-Mann-Ironie, die ätzend sein konnte und Distanzierung mittels geistiger Durchdringung bedeutete. Stattdessen: gelegentlicher Schmunzelhumor, Verpilcherung und überwiegend behäbiger Ernst. Gerade das Unterhaltsame dieses spannenden, witzigen Romans wird durch die staatstragende Grundhaltung des Films unterdrückt. Thomas Mann hat mehr verdient.

"Buddenbrooks"

mit Armin Müller-Stahl,

August Diehl, Iris Berben, Sunnyi Melles

Regie: Heinrich Breloer

Annehmbar

Rüdiger Suchsland

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