Das todbringende Video

- Exakt sieben Tage, nachdem man sich eine spezielle Videokassette mit recht seltsamen Symbolen, Farben, Formen und Gesichtern angesehen hat, stirbt man. Dies ist, kurz gefasst, die Handlung des verstörenden Horrorfilms "The Ring". Regisseur Gore Verbinski ("The Mexican") hat eine Hollywood-Variante des japanischen Schockers "Ringu" erstellt - mit schaurig-großem Erfolg.

<P>Der Thriller über das todbringende Video, das immer wieder in neue Hände gerät und weitere Opfer fordert, ist selbst zum modernen Märchen geworden. Weil der Film außerhalb Asiens meistens nur als Raubkopie kursierte und schwer zu beschaffen und zu sichten war, entstand schnell die Legende vom "angsteinflößendsten Film aller Zeiten". Klar, dass das US-Remake in einem solchen Fall nicht lange auf sich warten lässt.</P><P>Wie bereits die japanische Schreckensmär basiert auch Verbinskis Variante auf dem gleichnamigen Roman von Kijo Suzuki, der in Japan ähnliche Berühmtheit erlangt hat wie hierzulande Steven King. Verbinski hat sich glücklicherweise dafür entschieden, die Handlung des Originals nicht durch Mätzchen aufzupeppen. Roman und Ursprungsfilm haben selbst genügend Suggestivkraft, da schaden Veränderungen nur. Trotz aller seiner erzählerischen Grenzüberschreitungen verzichtet aber auch "The Ring" nicht auf die klassischen Ingredienzien des Horrorfilms: ahnungslose Teenager, die einem unsanften Tod anheim fallen, mysteriöse Vorkommnisse jeglicher Art in einsamen Landhäusern, verstörend altkluge Kinder, nicht gerächte Morde im Familienkreis und eine junge Journalistin nebst Partner, die dem ganzen unheimlichen Hokuspokus auf den Grund gehen will.</P><P>Die bisherigen Produktionen Verbinskis beeindruckten kaum durch Gespür für düstere Spannung und Suspense bis kurz vor dem Atemstillstand. Diesmal jedoch bleiben endlich einmal die wesentlichen Ereignisse absichtsvoll unkommentiert. Das lässt den Horror über weite Strecken - bis zum leider nicht sehr plausiblen Ende - ausschließlich im Kopf des Betrachters entstehen. Das aber nicht zu knapp. (In München: Marmorhaus, Maxx, Karlstor, Autokino.)</P><P>"The Ring"<BR>mit Naomi Watts, Martin<BR>Henderson<BR>Regie: Gore Verbinski<BR>Sehenswert </P>

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