Tolle Viecherei

- Drei Kühe fangen einen Viehdieb und retten mit der Belohnung ihre Farm vor der Zwangsversteigerung. So einfach ist der Plot des Disney-Streifens "Die Kühe sind los" unter der Regie von Will Finn und John Sanford, die auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnen. Doch so kindgerecht die Handlung ist, so viel Spaß macht die Westernparodie auch den Erwachsenen. Dies liegt nicht nur an den liebevoll ausgeführten Animationsfiguren und an den Musical-Elementen, sondern vor allem an der hervorragenden Synchronisation. Nur selten glückt ein so abwechslungsreiches Hörbild, wie es durch die drei wunderbaren Stimmen von Christiane Hörbiger, Marie Bäumer und Hella von Sinnen entstanden ist.

<P>Klitschkos samt Hörbiger</P><P>Die Hörbiger spricht die Kuh Mrs. Caloway, eine kastenförmige schwarzgraue mit lila Hut, runden Kulleraugen und höchst elegantem Wesen; Bäumer ist Grace, ein nahezu graziles Jungrind mit esoterischem Gehabe und entsprechendem Wortschatz. Hella von Sinnen schlüpft in die Rolle der vielfach preisgekrönten Maggie, eines rundlichen, bulligen, bodenständigen Urviechs mit rauer Schale und weichem Kern. Kein Wunder, dass sich die Maggie und die Mrs. Caloway ständig ins Gehege kommen.<BR><BR>Bei alldem gelang der deutschen Synchronfassung (Dialogregie: Frank Lenart) meisterhaft, die klassischen Bühnentypen der vornehmen Dame (Hörbiger), der jungen Naiven (Bäumer) und des Enfant terrible (von Sinnen) in treffende Sätze einzufangen. Dass diese Texte dann aus Kuhmäulern kommen und in animierte Bewegung aufgelöst werden, macht den Kinobesuch zum ungetrübten Vergnügen. </P><P>Auch die übrigen Sprecher stehen den drei Stars in nichts nach. Für eine Extraüberraschung sorgen die Brüder Vitali und Wladimir Klitschko, die den Mädels (pardon, den Kühen) als verliebte Jungbullen Boris und Noris ordentlich den Hof machen - versteht sich mit charmantem osteuropäischen Akzent. Eine Paraderolle ergibt sich auch für den talentierten Benedikt Weber als ehrgeiziges Westernpferd Buck. Der brave Sheriff ist ihm als Herrchen nicht mehr gut genug. In diesen Szenen zeigt sich die Disney-Produktion von ihrer besten zeichnerischen Seite und setzt das stolze Tier hinreißend in Szene.<BR><BR>Der einzige kleine Wermutstropfen: Die Chöre (musikalisch in bester John-Ford-Westerntradition) sind total vernuschelt. Aber leider gibt es keine Rose ohne Dornen und kein Rindvieh ohne Hörner.</P><P>"Die Kühe sind los"<BR>Regie: Will Finn und John Sanford<BR>Sehenswert </P>

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