Vom Toupetträger zum Helden (Bildergalerie)

- London - James-Bond-Fans sind wie Kleinkinder, hat Roger Moore einmal gesagt. "Sie wollen jeden Abend die gleiche Gute-Nacht-Geschichte hören." 40 Jahre ist die Serie nun alt, und 20 Filme hat sie seit dem Erstlingswerk "007 jagt Dr. No" (1962) hervorgebracht. Obwohl sich die Kritik weitgehend einig ist, dass der dramaturgische Höhepunkt schon vor gut 30 Jahren überschritten wurde, könnte Pierce Brosnan durchaus Recht haben, wenn er voraussagt: "Bond wird es auch in 50 Jahren noch geben."

<P>Die Abenteuer des Doppel-Null-Agenten im Dienste von Königin Elizabeth II. sind die erfolgreichste Fortsetzungsstory der Filmgeschichte. Bisherige Einnahmen: Acht Milliarden Euro. Bond Nr. 20, "Stirb an einem anderen Tag" feierte nun in London Premiere vor königlichem Publikum und läuft am 28. November in Deutschland an.</P><P></P><P>James Bond hat es wirklich gegeben - als friedlichen Vogelkundler, dessen Namen sich Bond-Erfinder Ian Fleming (1908 -1964) für seinen Helden auslieh. Fleming war im Zweiten Weltkrieg selbst britischer Agent gewesen. Der erste Bond-Roman "Casino Royal" erschien 1953, gefolgt von 13 Fortsetzungen. 1961 war die Reihe bereits ein Welterfolg; US-Präsident John F. Kennedy führte "Liebesgrüße aus Moskau" als eines seiner Lieblingsbücher auf. Es erstaunte nicht, dass die Produzenten Albert R. Broccoli (1909 -1996) und Harry Saltzman (1915 -1994) vorschlugen, einen Film daraus zu machen.</P><P>Sean Connery, der vom ersten Film an ein Toupet trug, gilt bis heute als der beste, der klassische Bond. Sein farbloser Nachfolger George Lazenby verschwand nach nur einem Auftritt in der Versenkung. Mit Roger Moore kam ein Bond-Parodist, der die Filme als "Komödien" betrachtete. Shakespeare-Schauspieler Timothy Dalton wollte aus der kugelsicheren Tötungsmaschine "ein menschliches Wesen machen". Der seit 1995 nun schon zum vierten Mal amtierende 007 Pierce Brosnan will ganz einfach "den ultimativen Helden" spielen.</P><P>James Bond ist eigentlich ein kalter Krieger, der durch den Fall der Berliner Mauer seine Berufung verloren hat. Er wurde jedoch seitdem in Afghanistan gegen islamische Terroristen und in Russland gegen die Mafia eingesetzt. Auf die Frage, inwieweit der 11. September das Genre beeinflusst hat, meint Regisseur Lee Tamahori nur: "Wir lassen keinen mehr verbrennen." Und so rettet 007 im seinem 20. Fall die Welt vor einem Größenwahnsinnigen aus dem totalitären Nord-Korea.</P><P>"James, was ist aus dir geworden?" würde Mrs. Moneypenny fragen. Trotz Feminismus, Aids, Gesundheitswelle, politischer Korrektheit und seines Chefs "M" (seit Jahren eine Frau) hat sich eines nie geändert: Bond hat schöne Girls, schnelle Autos und tödliche Waffen. Und gewinnt immer.<BR><BR></P><P>  </P><P> </P><P><P align=left>Auch einen Blick wert</P>Galerie zu Harry Potter und die Kammer des Schreckens</P>

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