Ein Revolverheld der „Glorreichen Sieben“ bei der Arbeit: Vasquez (Manuel Garcia-Rulfo). Foto: Sony/ Dpa

Neue Ära des Western-Genres

Trailer zu „Die glorreichen Sieben“: Wiederbelebte Vergangenheit

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München - Antoine Fuquas Neuinterpretation der „Glorreichen Sieben“ ist so klassisch, wie das Western-Genre eigentlich nie war.

Vielleicht sollte man es eher eine Restauration nennen als ein Remake. Schon als John Sturges 1960 Akira Kurosawas „Sieben Samurai“ in einen (in den USA zunächst gefloppten) Western übersetzte, war Nostalgie im Spiel. Eigentlich war das Genre da bereits düsterer, paranoider, gebrochener. Es wartete darauf, dass Sergio Leone bald danach Kurosawas „Yojimbo“ in eine „Handvoll Dollar“ ummünzte und eine neue Ära begann.

Antoine Fuquas Neuinterpretation der „Glorreichen Sieben“ nun ist wie die (durchaus ansehnliche) Fantasie eines „klassischen“ Westerns – so klassisch, wie das Genre nie war. Freilich gibt es manch heutigen Anstrich: Das titelgebende Grüppchen darf eine größere Bandbreite der Hautfarben und Nationalitäten aufweisen; Frauen dürfen mehr sein als dekorative Kriegsbeute. Und schickte Sturges damals, zwischen Korea- und Vietnamkrieg, seine Koalition der willigen Söldner über die mexikanische Grenze, den Reisbauern zu helfen – so bleibt Antoine Fuquas Remake auf heimischem US-Boden in einer Minenstadt. Der neue Bösewicht Bogue (Peter Sarsgaard) monologisiert sich explizit zur Metapher für einen neo-konservativen Brutal-Kapitalismus – man spürt die bedeutungsschwere Hand von Co-Autor Nic „True Detective“ Pizzolatto.

Doch besonders tief durchdringt all das den Film nie. Der liebt das Klischee des spannungsgeladenen Patts zwischen Kontrahenten so sehr, dass man sich mitunter in „Stand-offs – Der Film!“ wähnt. Doch das klar gegliederte Grundgerüst der Geschichte trägt noch immer. Fuqua bemüht sich mindestens so sehr wie um ein Aufbrezeln der Action um die Stärkung der Charakterzeichnung aller Figuren, des Dialogwitzes. Das Ensemble hat spürbar Freude am Cowboy-und-Indianer-Spielen – wobei Vincent D’Onofrio als bärengleicher Hüne mit Fistelstimme alle aussticht.

Viel handelt der Film von der Bereitschaft zum Sterben. Vom Aufstehen am vielleicht letzten Morgen. Aber wenn James Horners Filmmusik-Schwanengesang (komplettiert von Simon Franglen), der die ganze Zeit mit Motiv-Versatzstücken flirtet, zum Abspann bei dem berühmten „Glorreichen Sieben“-Thema ankommt, dann scheint auch der Film daheim zu sein – in einer wiederbelebten Vergangenheit.

„Die glorreichen Sieben“

mit Denzel Washington

Regie: Antoine Fuqua Laufzeit: 132 Minuten

Sehenswert

„Die glorreichen Sieben“ (2016) wird Ihnen gefallen, wenn Ihnen „Die glorreichen Sieben“ (1960) gefallen hat.

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