Wagen gemeinsames G lück: Helene (Martina Gedeck) und Eduard (Ulrich Tukur).

Stellenweise explizit und pornografisch

Trailer zu „Gleißendes Glück“: Zähflüssig

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Die Schauspieler retten „Gleißendes Glück“ - das ist allerdings auch bitter nötig.

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Die fromme Helene (Martina Gedeck) hat ihren Glauben verloren. Er wurde der Fünfzigjährigen, die einst in jeder Alltagsbegegnung Gottes Willen erkannte, vom gewalttätigen Ehemann aus dem Leib geprügelt. Trotzdem sehnt sie sich nach Gott – und nach Zuneigung. Nach der giert auch der Ratgeberautor Eduard E. Gluck (Ulrich Tukur; Foto: Tom Trambow/ Wild Bunch Germany). Die beiden vom Leben psychisch schwer Versehrten finden sich zu einer eigenwilligen Schicksalsgemeinschaft zusammen.

Sven Taddicken („Zwölf Meter ohne Kopf“) hat den Roman der schottischen Schriftstellerin Alison Louise Kennedy in „Gleißendes Glück“ behutsam umgesetzt. Es ist der eleganten Kameraarbeit, in erster Linie aber Gedecks und Tukurs Spiel zu verdanken, dass diese spröde, komplexe Liebesgeschichte gut funktioniert. Trotzdem können auch Taddickens umsichtige Regie und die großartigen Darsteller nicht verhindern, dass die Verfilmung gelegentlich recht zäh fließt. Sie gleitet in gepflegten Kitsch oder gefällig ausgeleuchteten Softporno ab. Denn über die heimliche Leidenschaft des Herrn Gluck nach Sex in variantenreichen Spielarten in Kennedys Roman zu lesen ist doch anders als wieder und wieder dabei zuzuschauen oder davon zu hören. Die innere Wandlung und Läuterung der Charaktere, um die es Kennedy ging, wird häufig von pornografischen Schauwerten oder expliziten Gewaltszenen verdrängt.

„Gleißendes Glück“

mit Martina Gedeck, Ulrich Tukur Regie: Sven Taddicken

Laufzeit: 101 Minuten

Sehenswert

Der Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Emmas Glück“ mochten.

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