Wagen gemeinsames Glück: Gerard (Jo De Meyere) und Emma (Chris Lomme).

Kinotipp

„Hinter den Wolken“ Feinfühliges Portrait

„Hinter den Wolken“ erzählt von Liebe im Alter und zeichnet dabei ein feinfühliges Portrait einer Frau, die nicht für immer eine Witwe bleiben möchte. 

Nein, so ganz geheuer ist es der 20-jährigen Evelien nicht, ihre Oma Emma frisch verliebt zu sehen. Schließlich ist die schon Mitte 60 und gerade erst Witwe geworden. Aber angesichts ihrer strahlenden Großmutter schüttelt Evelien nur sachte den Kopf und findet sich damit ab. Sie selbst ist ja auch nicht sicher, wie sie das mit der Liebe handhaben will – jedenfalls nicht so wie ihre Mutter, Emmas Tochter, die Emmas junges Glück im Alter gar nicht romantisch finden kann.

Regisseurin Verheyden zeichnet ein feinfühliges Portrait einer Frau, die sich nicht in die Rolle der bis ans Ende ihrer Tage enthaltsam lebenden Witwe fügen will. Im Gegenteil: Als ihr – ausgerechnet bei der Beerdigung ihres Mannes – ihre alte Jugendliebe begegnet, scheinen beide zu spüren, dass ihnen eine Entscheidung bevorsteht. Für Gerard bedeutet das, dass er sich mit über 70 noch einmal der Herausforderung einer neuen Beziehung stellt. Emma aber muss noch ganz andere Widrigkeiten überwinden: Etwa ihre Tochter und deren Missbilligung, die stellvertretend für den strafenden Blick der Gesellschaft über ihr schwebt. Eine Witwe im Seniorenalter, die sich im Hotelzimmer ihrem Geliebten hingibt? Also bitte! Gut nur, dass Chris Lomme ihrer Emma einen strengen und gleichzeitig verschmitzten Humor verleiht, der sie all die Befremdung und all die Vorwürfe, mit denen sie konfrontiert ist, durchstehen lässt.

Code

„Hinter den Wolken“

mit Chris Lomme, Jo De Meyere Regie: Cecilia Verheyden

Laufzeit: 109 Minuten

Sehenswert

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Auf das Leben!“mochten.

Johanna Popp

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