Ein trauriger Clown

- Alle liebten "Elling". Als Peter Naess' Komödie über zwei aus der Psychiatrie Entlassene im Jahr 2002 in die Kinos kam, wurde sie ein internationaler Überraschungserfolg. Zum ersten Mal sah die Welt an diesem Oscar-nominierten Erstling, dass man in Norwegen gute Filme macht, dass es in Skandinavien noch etwas anderes gibt als Kinderfilme oder tiefgründige Dramen - ob früher von Bergman oder heute mit Dogmasiegel. "Elling" war von beidem etwas: kindisch, aber mit Tiefe, ein Film, bei dem man nicht wusste, ob man lachen oder weinen sollte, ob man der eigenen Rührung über diese Geschichte eines 40-jährigen Muttersöhnchens, das als unschuldiger Tor unseren Blick auf die Welt verändert, trauen konnte.

<P>"Elling - Nicht ohne meine Mutter", im Original "Mors Elling", erzählt nun die Vorgeschichte und berichtet davon, wie Elling (Per Christian Ellefsen) zu dem wurde, was er im ersten Film dann war. Einmal mehr heißt die Antwort: Mami ist schuld. Jedenfalls ein bisschen, hat sie doch den Buben nie aus dem Haus vertrieben, sondern mit Liebe derart zugeschüttet, dass er umgekehrt ganz auf seine Mutter fixiert ist. Denn mit über 30 lebt Elling noch daheim. Weil Mama (Grete Nordra) todkrank ist, will sie ihrem neurotischen Sohn beibringen, wie man sich in der Welt zurechtfindet. Doch so einfach lässt sich Lebensangst nicht überwinden. Erst ein Mallorca-Urlaub bringt etwas Erleichterung, obwohl Elling sich hier auch als Egoist entpuppt. <BR><BR>Mehr Bergman als man ahnt</P><P>Doch dann stirbt die Mutter. Eine Komödie? Das ist die Frage. Es gibt viele Szenen, die zum Lachen reizen, doch ebenso oft vergeht es einem auch. Zu traurig wirkt der kindliche Clown. Und wenn dieser lebensunfähige Mensch mit der Welt zusammenstößt, dann entwickeln beide Seiten ihre eigene Bosheit. Zur Tücke der Objekte kommt das Desinteresse der Menschen, die Unfähigkeit, mit Behinderung umzugehen. Aber eben auch Ellings Unfähigkeit zum kleinsten Kompromiss. So gesehen ist dies ein Film, der den Zuschauer irritiert und uneins mit einer Welt entlässt, die er zuvor düster und klaustrophobisch gezeichnet hat. Auch in mancher Komödie steckt eben mehr Bergman, als man ahnt. </P><P>(In München: ABC, Atelier, Cinema i.O.). </P><P>"Elling - Nicht ohne meine Mutter"<BR>mit Per Christian Ellefsen, Christin Borge, Grethe Nordra<BR>Regie: Eva Isaksen<BR>Sehenswert </P>

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