Viel Luft mit wenig Inhalt

Kinokritik zu "Die Tribute von Panem - Mockingjay"

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Der dritte Teil der „Tribute von Panem“ wurde in zwei Teilen verfilmt. Doch im Gegensatz zu „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ gibt Collins’ Roman „Flammender Zorn“ einfach nicht genug her.

Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) hat auch ihre zweiten Hungerspiele überlebt. Mit Hilfe der Rebellen konnte sie aus der Arena fliehen. Doch das Kapitol rächt sich grausam und zerbombt Distrikt 12, die Heimat von Katniss und ihrem Mitstreiter Peeta Mellark (Josh Hutcherson). Die junge Frau und die Überlebenden von Distrikt 12 finden Zuflucht im Nachbardistrikt 13. Den hielt man seit langem für zerstört. Doch die Bewohner haben sich unterirdisch neue Wohnmöglichkeiten geschaffen. Alma Coin (Julianne Moore), die Präsidentin von 13, will Katniss als prominente Galionsfigur der Revolution einsetzen und mit ihr weitere Anhänger für den Umsturz gewinnen. Doch Katniss zögert. Sie macht sich Sorgen um Peeta, der vom Kapitol gefangen gehalten wird.

Sie verstehen kein Wort? Dann sollten Sie diesen Film nicht ohne eingehende Vorbereitung ansehen und entweder die den Verfilmungen zugrunde liegende Romantrilogie von Suzanne Collins lesen oder wenigstens die beiden bereits verfügbaren Adaptionen anschauen. Denn erklärt wird in „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1“ nichts mehr. Regisseur Francis Lawrence springt zwar gleich mitten hinein in die Handlung – doch die Anspannung und fiebrige Atemlosigkeit der Vorgängerfilme fehlt diesem Teil weitgehend.

Da mögen die futuristisch anmutenden Fluggeräte auch noch so spektakulär von Katniss’ Raketenpfeilen getroffen werden und wie Laub vom Himmel fallen. Da können die am Computer erschaffenen Trümmerlandschaften noch so beeindruckend, dieLeichenberge noch so hoch sein. Nicht einmal die erneut großartige Darstellerriege von Jennifer Lawrence bis zum verstorbenen Philip Seymour Hoffman kann darüber hinwegtäuschen: „Mockingjay Teil 1“ ist ein mit viel Luft gefülltes Nichts an Inhalt. Schuld daran, ausgerechnet den letzten und schmalsten Band der Trilogie in zwei Spielfilme aufzuteilen, hat allein die Produktion. Wie schon bei „Harry Potter“ und „Twilight“ wollte man auch bei dieser Reihe der jugendlichen Zielgruppe für einen weiteren Film Geld aus der Tasche ziehen und zerstückelte das letzte Buch in zwei Teile.

Doch im Gegensatz zu „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ gibt Collins’ Roman „Tribute von Panem – Flammender Zorn“ (Mockingjay) einfach nicht genug her. Francis Lawrence hatte die Aufgabe, aus der nahezu actionfreien und spannungsarmen ersten Hälfte des Buches einen eigenständigen Film zu fertigen. Das ist nicht geglückt. Der Film funktioniert ausschließlich als Brücke zwischen den vorherigen Hungerspielen und dem anschließenden Krieg der Rebellen gegen das Kapitol. Aufregende Blockbuster sehen anders aus.

Ulricke Frick

Rubriklistenbild: © Murray Close/Studioncanal

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