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Ja, so fühlt sich das an! Leonardo DiCaprio lächelt wissend, als er Emma Stone den Oscar für ihren Auftritt in „La La Land“ überreicht. Er hat erst im vergangenen Jahr beim sechsten Anlauf endlich den begehrten Goldburschen gewonnen.
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Kompliment! Die modischen Tops der Oscar-Nacht (v. li.): Jessica Biel im Kleopatra-Kleid; Viola Davis feurig rot; Halle Berry nicht nur in auffallender Robe, sondern auch mit spektakulärer Haarpracht; Emma Stone im Zwanzigerjahre-Stil; Karlie Kloss mit einer schneeweiß bedeckten Schulter; Charlize Theron elegant glänzend.
89th Annual Academy Awards - Arrivals
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Kompliment! Die modischen Tops der Oscar-Nacht (v. li.): Jessica Biel im Kleopatra-Kleid; Viola Davis feurig rot; Halle Berry nicht nur in auffallender Robe, sondern auch mit spektakulärer Haarpracht; Emma Stone im Zwanzigerjahre-Stil; Karlie Kloss mit einer schneeweiß bedeckten Schulter; Charlize Theron elegant glänzend.
89th Annual Academy Awards - Press Room
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Kompliment! Die modischen Tops der Oscar-Nacht (v. li.): Jessica Biel im Kleopatra-Kleid; Viola Davis feurig rot; Halle Berry nicht nur in auffallender Robe, sondern auch mit spektakulärer Haarpracht; Emma Stone im Zwanzigerjahre-Stil; Karlie Kloss mit einer schneeweiß bedeckten Schulter; Charlize Theron elegant glänzend.
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Kompliment! Die modischen Tops der Oscar-Nacht (v. li.): Jessica Biel im Kleopatra-Kleid; Viola Davis feurig rot; Halle Berry nicht nur in auffallender Robe, sondern auch mit spektakulärer Haarpracht; Emma Stone im Zwanzigerjahre-Stil; Karlie Kloss mit einer schneeweiß bedeckten Schulter; Charlize Theron elegant glänzend .
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Kompliment! Die modischen Tops der Oscar-Nacht (v. li.): Jessica Biel im Kleopatra-Kleid; Viola Davis feurig rot; Halle Berry nicht nur in auffallender Robe, sondern auch mit spektakulärer Haarpracht; Emma Stone im Zwanzigerjahre-Stil; Karlie Kloss mit einer schneeweiß bedeckten Schulter; Charlize Theron elegant glänzend.
89th Annual Academy Awards - Arrivals
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Kompliment! Die modischen Tops der Oscar-Nacht (v. li.): Jessica Biel im Kleopatra-Kleid; Viola Davis feurig rot; Halle Berry nicht nur in auffallender Robe, sondern auch mit spektakulärer Haarpracht; Emma Stone im Zwanzigerjahre-Stil; Karlie Kloss mit einer schneeweiß bedeckten Schulter; Charlize Theron elegant glänzend.
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König des Films „Lion“: Moderator Jimmy Kimmel hebt Jungschauspieler Sunny Pawar hoch wie einst der Priester im Film „König der Löwen“ den kleinen Simba.

Academy Awards 2017

Trophäen, Tränen und Touristen: So war die Oscar-Show

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Nicht jeder Einfall im kurzweiligen Showprogramm ist geglückt, an emotionalen Dankesreden fehlt es indes nicht. Der große Rückblick auf die Oscars 2017.

Weniger ist mehr, möchte man ihr zurufen. Aber nein, Viola Davis tut, was die Gefühlsduselei liebende Hollywood-Welt von ihr verlangt. Sie kämpft mit den Tränen, sie ringt nach Luft, sie presst mit letzter Kraft ein „O, Captain, my Captain!“ in Richtung Denzel Washington. Bis das Orchester der schauspielerischen Einlage ein Ende setzt. Ihr Auftritt in Washingtons „Fences“ war ohne Frage Oscar-würdig; die Dankesrede nach dem Gewinn für ihren Part, nun ja, eher nicht. Wie gut, dass es dann einen Moderator wie Jimmy Kimmel gibt, der nonchalant und herrlich zweideutig kommentiert: „Für diese Rede hätte sie einen Emmy verdient.“

Der 49-jährige Late-Night-Talker kann nicht nur Spitzen gegen Donald Trump verteilen (siehe vorherige Seite). Erfrischend Hollywood-kritisch macht er sich über die dort kursierende Unart lustig, alles und jeden in den Himmel zu loben – auch Arbeiten, die man gar nicht kennt. Und über die Prüderie der Amerikaner. Beispiel Paul Verhoeven: Der suchte wie berichtet vergeblich nach geeigneten amerikanischen Schauspielerinnen für sein Vergewaltigungs-Drama „Elle“. Die Rolle übernahm dann die Französin Isabelle Huppert – und wurde prompt für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert. Kimmel lakonisch an Huppert: „Wir haben ,Elle‘ nicht gesehen, aber wir lieeeeben ihn!“

Kimmel ist schlagfertig; Kimmel hat hübsche Ideen für die kurzweilige Show im Gepäck. Etwa die, in Einspielfilmen etablierte Schauspieler von ihren beruflichen Vorbildern erzählen zu lassen. Seth Rogen schwärmt von Michael J. Fox – um mit ihm dann tatsächlich auf der Bühne zu erscheinen. Fox ist sichtlich gezeichnet von seiner Parkinson-Erkrankung. Auch der Einfall, Süßigkeiten in kleinen Ballons zum Publikum schweben zu lassen, ist gelungen – und freut vor allem den achtjährigen Sunny Pawar. Der wohl niedlichste Gast des Abends ist die Entdeckung im sechsfach nominierten, am Ende leider leer ausgegangenen „Lion“.

Eines aber hätte sich Kimmel sparen sollen. Wer auch immer die Idee hatte, einen Reisebus zur Preisverleihung zu lotsen und die angeblich ahnungslosen Touristen in das mit Stars besetzte Theater spazieren zu lassen, hätte sich das lieber noch einmal genauer durch den Kopf gehen lassen. Oder besser: den gar nicht so überrascht wirkenden Touristen vorher ihre Handys abnehmen sollen. Wie Selfiesticks auf zwei Beinen laufen sie durch die Reihen, das Smartphone auf die Schauspieler gerichtet, die Augen immer am Bildschirm. Da hilft auch der Hinweis des Moderators, dass das doch alles im TV übertragen wird, nichts. Schöne neue Welt.

Wie respektvoll da der Auftritt von Damien Chazelle. Der 32-Jährige kommt auf die Bühne und dankt zuallererst den anderen Regisseuren, die in derselben Kategorie nominiert waren, dann seinem Freund Justin Hurwitz, der den Soundtrack zu „La La Land“ schrieb. Und schließlich seiner neuen Freundin Olivia Hamilton, die ihm aus den Zuschauerreihen entgegenlächelt. Mit den schönen Worten: „Es ist ein Film über die Liebe, und ich bin so glücklich, dass ich die Liebe während der Arbeit an dem Film auch selbst gefunden habe.“ Dass Chazelles Musikfilm nach nie da gewesenen 14 Nominierungen am Ende „nur“ sechs Trophäen gewann, die vielen Goldjungen also nicht alle in die Hände eines Filmteams wanderten, spricht für die hohe Qualität der nominierten Werke.

Den vielleicht schönsten Dank aber spricht Tontechniker Kevin O’Connell aus, der nach 20 Nominierungen nun endlich die begehrte Trophäe für seine Arbeit am Kriegsdrama „Hacksaw Ridge“ erhielt. Seine Mutter habe ihm vor 39 Jahren seinen ersten Job verschafft. Auf die Frage, wie er ihr danken könne, hätte sie geantwortet: „Arbeite hart, gewinne einen Oscar, und dann kannst du mir von der Bühne aus danken.“ Vielleicht, so die Hoffnung O’Connells, schaue die inzwischen Verstorbene vom Himmel aus zu und freue sich für ihn mit. Sagt er, ganz ohne Tränen und Schnappatmung. So einfach, so ehrlich – und doch so wirkungsvoll geht’s eben auch.

Die lange Oscar-Nacht haben wir auch im Live-Ticker begleitet. Den gibt es hier zum Nachlesen. 

Bilder der Oscars 2017, die noch lange im Gedächtnis bleiben

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