Die Turbulenzen einer guten Komödie

- Das Phänomen ist jedenfalls aus dem wirklichen Leben gegriffen: Als Jennifer Lopez im legendären Waldorf Astoria ihre neueste Liebesromanze "Manhattan Love Story" drehte, zog sie naturgemäß ganze Scharen von Schaulustigen an, vorausgesetzt, sie kam im aufwändigen Kostüm daher. Drehte der Superstar in einfacher Dienstboten-Uniform, fiel Lopez kaum einem der zahlreichen Passanten auf.

<P>- Bildergalerie zum Film</P><P>Diesen Umstand machte sich das Drehbuch von Kevin Wade zunutze und entwarf daraus eine wundervolle neue Variante des alten Aschenputtel-Stoffs. In der Funktion des Märchenprinzen besetzte die Vorlage zeitgemäß einen Kandidaten für einen amerikanischen Senator-Sessel (souverän gespielt: Ralph Fiennes). Dieser überrascht das Hoteldienst-Mädchen in einer Gäste-Suite beim Probieren von vornehmen Designer-Stücken, hält sie anhand der edlen Kleidung sofort für seinesgleichen und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Der Witz besteht darin, dass der Traummann die gleiche Frau im Zimmermädchen-Outfit schon getroffen hat - sogar in einer für ihn äußerst peinlichen Situation -, sie aber nun trotzdem nicht wiedererkennt.</P><P>Die Themen des Films sind also Liebe, die sozialen Schranken und der Kampf um die Gleichwertigkeit beider Partner, die vom oberen und vom unteren Ende der sozialen Leiter aufeinander treffen. Regisseur Wayne Wang arbeitet jedoch nicht mit dem Zeigefinger, sondern löst die daraus folgenden Konflikte mit leichter Hand spielerisch und komödiantisch auf. Auch die Kamera von Karl Walter Lindenlaub wird meisterhaft mit dem filmtechnischen Problem fertig, Jennifer Lopez aus einer Schar völlig gleich angezogener Mitspielerinnen herauszuheben. Ebenso treiben die brillanten Nebendarsteller, allen voran Bob Hoskins als Butler Lionel, die Handlung voran und geben der Geschichte den nötigen Pfiff. Auch der zehnjährige Tylor Garcia Posey als Jennifer Lopez' Filmsohn sorgt für viel Herz, verhindert aber durch seine aufgeweckte Art ein Abgleiten des Films in den üblichen Sozialkitsch.</P><P>So kann der Zuschauer mit einem diebischen Vergnügen dem füreinander bestimmten Paar beim ewig reizvollen Spiel des Versteckens und Suchens folgen, das mit Hilfe der übrigen Hotelangestellten allen Intrigen der weiblichen Konkurrenz zum Trotz nach vielen Turbulenzen genauso endet, wie eben eine gute Komödie enden muss. (In München: Marmorhaus, Maxx, Roayl, Gloria, Karlstor, Autokino, Aircraft Cinema, Cinema i. O., Museum i. O.)</P><P>"Manhattan Love Story"<BR>mit Jennifer Lopez, Ralph Fiennes<BR>Regie: Wayne Wang<BR>Sehenswert </P><P>- Bildergalerie zum Film</P><P> </P><P> </P>

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