Üben mit dem Bauchmodell

- Sie gilt als eine der größten Hoffnungen des deutschen Kinos. Vor zwei Wochen hat sie den Bayerischen Filmpreis als beste Darstellerin erhalten, und mit Daniel Brühl hat sich die 27-jährige Ex-Viva-Moderatorin auch noch einen unschwärmten Jung-Star geangelt. Jetzt spielt sie eine Frau mit dem seltsamen Namen November in Hendrik Hölzemanns Film "Kammerflimmern", der morgen startet.

<P>Sie sind hier als Hochschwangere zu sehen. Wie kam es, dass Sie das so überzeugend spielen? Sie haben doch noch keine Kinder.<BR><BR>Schwarz: Es war meine größte Sorge, dass das unecht wirkt. Schließlich haben genug Frauen eine Schwangerschaft mitgemacht und sind Expertinnen. Die können das doch alle beurteilen, ob ich mich richtig bewege. Meine ältere Schwester war gerade schwanger, und ich bin mit ihr in Urlaub gefahren, wo ich sie auf Schritt und Tritt beobachtet habe. Mit meinem extra angefertigten Bauchmodell bin ich auch an drehfreien Tagen zu Hause herumgelaufen, um ein besseres Gefühl für diesen veränderten Körper zu bekommen.<BR><BR>Macht so eine Erfahrung Lust aufs Kinderkriegen?<BR><BR>Schwarz: Zwischenzeitlich hatte ich die während der Dreharbeiten ganz stark. Aber es ist nicht der richtige Zeitpunkt. Alle Mütter antworten dann zwar immer: Es ist nie der richtige Zeitpunkt, man muss es einfach wagen. Aber ich bin noch nicht bereit. Es passiert zur Zeit so wahnsinnig viel, dass ich noch drei bis vier Jahre damit warten möchte. Ich will aber auch keine Madonna-Mutter sein, die erst mit 40 Jahren ein Kind bekommt.<BR><BR>Daniel Brühl und Sie gelten als neues Traumpaar des deutschen Films. Verlobt sind Sie schon länger. Wann wird denn nun endlich geheiratet?<BR><BR>Schwarz: Eigentlich wollten wir beide grundsätzlich nichts mehr über unsere Beziehung sagen, weil wir uns nachher beide immer drüber ärgern, was man so lesen muss. Unser Streitthema ist total oft: Was hast du denn da schon wieder erzählt?!<BR><BR>Sie haben Daniel Brühl bei den Dreharbeiten zu "Nichts bereuen" kennen gelernt. Sind Sie eifersüchtig, wenn Sie ihn im Film mit anderen Frauen sehen?<BR><BR>Schwarz: Also klassische Bettszenen finde ich gar nicht so schlimm. Da weiß man, wie viel harte, körperliche Arbeit dahinter steckt. Viel schlimmer ist, wenn der Film langsam eine Liebesgeschichte aufbaut. Da bekommt dann eine andere diese Blicke, die man selber kennt. Und auch wenn die nur gespielt sind in diesem Fall - das sticht. Aber inzwischen geht es mir immer häufiger so, dass ich Daniel in seinen Filmen gar nicht mehr als meinen Freund wahrnehme, sondern nur noch als die Person, die er spielt. Anfangs hat mich das schockiert. Inzwischen weiß ich, dass es mit Qualität zu tun hat.<BR><BR>Ihre früheren Jobs als Model oder als Moderatorin bei Viva wurden Ihnen immer irgendwann langweilig. Haben Sie von der Schauspielerei auch bald die Nase voll?<BR><BR>Schwarz: Ich war die ganze Zeit auf der Suche und wusste immer, dass ich irgendwo ankommen werde. Kurz bevor ich zu Viva ging, war ich drauf und dran, mich bei den großen Schauspielschulen zu bewerben. Ich hatte die Reclam-Heftchen schon gekauft und die Rollen fürs Vorsprechen gelernt. Plötzlich kam das Angebot zu "Nichts bereuen", und das war wirklich ein Glücksfall. Mein Leben ist zwar im Moment manchmal wahnsinnig stressig, aber ich lerne so grandiose Menschen kennen, mit denen ich zusammenarbeiten darf und die alle so viel mehr können als ich und mich trotzdem aufgenommen haben in ihren Kreis, dass ich eigentlich jeden Tag nur glücklich bin über das, was ich tue und weiß: Jetzt bist du endlich angekommen!</P><P>Das Gespräch führte Ulrike Frick <BR><BR></P>

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