Überlebens-Freundschaft

"The Cemetery Club": - Ihre Gespräche kreisen um Ringelnatz oder Kant, um Gott und die Welt, aber auch immer wieder um die Vergangenheit. Denn die Mitglieder der "Mount Herzl Academy" genannten Gruppe alter Leute, die sich am israelischen Nationalfriedhof Mount Herzl regelmäßig treffen, sind Schoah-Überlebende.

Der Satzung dieser Gemeinschaft zufolge will man "die Einsamkeit im Alter lindern". Im Zentrum des Films stehen zwei sehr unterschiedliche Frauen: die bildungsbürgerliche, kommunikative Juristin Lena und Minya, die ehe stille und weniger gebildete Großmutter der Regisseurin Tali Shemesh. Sie kennen sich seit ihrer Kindheit in Lodz.

Ihre Angehörigen wurden größtenteils von den Deutschen ermordet. Im Nachkriegs-Polen trafen sie sich wieder, emigrierten nach Israel und blieben trotz ihrer unterschiedlichen Lebenswege - hier Hausfrau, dort Karrierefrau - lebenslang eng befreundet.

"The Cemetery Club" ist eine Langzeitdokumentation. Mehrere der Gruppen-Mitglieder starben während des Drehs. Das Ergebnis ist ein sensibles, oft humorvolles, überaus menschliches Porträt der Holocaust-Generation, der letzten, nun langsam wegsterbenden Zeugen des Menschheitsverbrechens.

(Ab 29. März in München: Arena Theatiner i.O.)

"The Cemetery Club"

Regie: Tali Shemesh

Sehenswert

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